Twitter – oder was ich meinem Bäcker niemals erzählen würde



Wir sind alle so unendlich echtzeitlich miteinander verbunden. Ganz und völligst egal, ob wir uns real Angesicht zu Angesicht nun kennen oder nicht. Das an sich sehr private Gefühl von Nähe, noch vor ein paar Jahren untrennbar mit dem Privileg verbunden, sich zumindest in einer alltäglichen Situation einmal wenigstens für kurze Zeit nahe gestanden zu haben, kann sich inzwischen mitunter mithin von ein paar in den richtigen Momenten ausgetauschten Zeilen einstellen. Fuuuurchtbar. Oder?

Nein, ich denke nicht. Klar, das ganze hat eine definitiv andere Qualität als "früher". Dennoch kann ich einem Menschen, den ich "lediglich" über Twitter "kenne" (merkt Ihr die ganzen An- und Ausführungszeichen?) extrem dankbar und somit auch in den besten Absichten verbunden sein, den ich niemals wirklich gesehen habe, den ich niemals sprach oder derlei. Ich selbst habe das - ich sprach bereits darüber - in der Nacht, in der mein Vater starb erlebt. Es war die Anteilnahme, die kein Freund - vielleicht sogar wegen der fehlenden privaten Nähe - hätte leisten können. Es war die eine Sekunde da ich Beistand benötigte und ihn über`s Netz erfuhr. Von einem Menschen. 

Inzwischen haben sich aus so manchen getippten Worten echte Beziehungen ergeben - Freundschaften! Das ist absolut grandios, aber auch in den Fällen, wo dies (vielleicht noch) nicht passiert ist, gibt es eine ganz besondere Verbindung. Oft ist dies der Umstand, dass man Dinge teilt. Dinge wie Vorlieben, Bands, Fußballvereine, den Hang zu Wortspielen, politische Abneigungen. Die Gründe sind mannigfaltig - und egal was dieses seltsame zum Erfolg verdammte Twitter sich noch an Algorithmen ausdenkt, die niemals jemand haben wollen wird, dies ist die Plattform auf der Fremde, echt Fremde zu Freunden ... oder wenigstens zu Bekannten werden, die man respektiert. Dieser Respekt ist das, was man im realen Leben von flüchtigen Begegnungen nur in ganz besonderen Ausnahmefällen erhalten wird. 

Glorifiziere ich hier schon wieder die Plattform, die einen aufgrund des Konzepts limitiert? Das Medium, das mir jeden Morgen vorschreibt, was ich zu lesen haben, da ich es ja verpasst haben könnte (obwohl ich einfach NUR / IMMER / AUSSCHLIESSLICH chronologisch lesen möchte)? Ja, mag sein. Bestimmt. Gewiss. Ist aber auch scheißegal. Denn hier lese ich all die wundervollen Menschen, mit denen ich nicht wirklich das Leben, aber eine Art der Lebenswirklichkeit teile, die Marvel mir mit den ganzen Parallelwelten stets vorgaukelt. 

Fakt ist, dass ich Euch, liebe Twittergemeinde stets Dinge glaube erzählen zu können, die im Alltag mitunter keinen Platz haben. Seien sie zu abseitig, schmonzettig, radikal oder einfach wirr. Ich denke Twitter ist dieser Testballon, den viele Menschen nicht haben und daher mit Dingen einfach hinter dem Berg halten. Diese Scham - liebe Gemeinde - haben wir zum Glück abgelegt. 

Mädels, Jungs, alle dazwischen und sogar die Typen, die ich wahrlich kacke finde ... es ist gut, dass wir auf dieser Basis kommunizieren können - meistens. Viele Länder dieser Welt bieten diese Möglichkeit nicht. Daher bin ich sogar glücklich mit meinen politischen Feinden einfach so reden zu können. Das ist verdammt viel Wert.

Aber: ich rede immer noch so ungleich viel lieber mit meinen emotionalen Freunden - und für Euch ist dieser Text!

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Zuhause weit weg von Zuhause


Seit ich wieder hier bin, zuhause, daheim, obwohl ich nicht hier geboren wurde, weiß ich, dass ich viele Erinnerungen romantisiere. 
Zum Beispiel die Erinnerungen daran, wie anstrengend manche Berg Tour wirklich ist, die ich längere Zeit nicht vollführt habe. Dass dort zum Beispiel gefühlt eine Million steinerne Stufen zum Gipfel führen, anstelle von saftigen Wiesen. Ich merke mir halt lieber die schönen Erinnerungen. Und die bleiben für immer. Die Aussicht vom Lieblingsgipfel, das erhabene Gefühl einfach oben zu sein und dort bleiben zu wollen, der unübertreffliche Geschmack des ersten Weizens nach dem Abstieg auf die Alm. 

Was ich dagegen nicht romantisiere, ist das Heimatgefühl, das sich in meiner Brust breit macht, wenn ich das erste Schild lese auf dem Alto Adige steht, wenn ich den Duft der einmaligen Texelgruppe einsauge oder das Ortsschild von Partschins lese. Und der schlichte Grund ist der, dass ich hier keine schlechten Erinnerungen ausblenden muss, weil ich einfach keine habe. Dank dieser Landschaft hier habe ich das große Glück sogar nach Hause kommen zu können, wenn ich von zuhause weg fahre. 

Klar, jeder hat so seine kleine Zuflucht. Der eine liebt das Meer, der andere braucht einfach nur ein Buch. Ich brauche Berge. Hohe Berge. Und im Idealfall diese Berge hier. Die sind mir Ruhe, Zuflucht, Erinnerung, Spannung, Sehnsucht und Erfüllung zugleich. 

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Eine bittere Pille



Wir sind fünf. Wir waren fünf. Wir werden auch immer fünf sein. Und niemand dieser fünf ist für Porter ersetzbar.

Wenn mal einer ausfällt, wird halt gewartet. Egal wie lange. In den vergangenen 17 Jahren mussten wir recht wenig warten. Aber immer mal wieder. Jeder von uns hatte schon mal persönliche, berufliche oder gesundheitliche Krisen, die er mal besser, mal schlechter weggesteckt hat. Wir sind eine künstlerische Schicksalsgemeinschaft, die Band ist für jeden von uns ein unersetzlicher Freiraum geworden, eine Möglichkeit, sich auszuleben, kreativ zu sein. Es passt einfach mit uns und das ist ein großartiges Gefühl, und das ist uns durchaus auch sehr, sehr stark bewusst.

Aber das alles bewahrt uns nicht vor den Realitäten des wirklichen Lebens da draußen. Und da wir uns bewusst sind, was wir da Wertvolles haben, gehen wir mit Porter auch sorgsam um. Es war nie unser Ding uns zu überschlagen und Dinge schneller anzugehen, als uns gut tut. Wozu auch.

Jetzt ist jedoch etwas eingetreten, was uns enorm zurückwirft und dessen Lösung nicht wirklich in unserer Macht liegt. Und das uns – zumindest in Bezug auf das bereits zu mehr als der Hälfte aufgenommene Album "GENOSHA" – nun zum Warten zwingt. Unser Sänger Christian hat derzeit, durch Faktoren, Ursachen, die sich Stand heute nicht übersehen lassen, extreme Probleme mit seiner Stimme. Das geht soweit, dass er im Moment zwar leise reden, aber auf gar keinen Fall singen kann, geschweige denn sollte.
Trotz logopädischer und phonetischer Behandlung können wir derzeit nicht wirklich sagen, wann Christian "GENOSHA" wird einsingen können. Das kann Wochen, aber auch Monate dauern. 

Obwohl wir uns als Band auf dieses Album freuen wie nicht ganz gescheit und uns voller Enthusiasmus in die Aufnahmen der neuen Songs gestürzt haben, ist das nun anstehende Warten und Bangen mit Christian nicht das einzig Schlimme. Das Unangenehme ist, dass über 70 Leute das gerade erst so erfolgreich beendete Crowdfunding unterstützt und uns einen unglaublichen Schub in so vielerlei Hinsicht gegeben haben, dass wir selbst kaum fassen können.



Neben der finanziellen Seite ist das vor allem ein Vertrauensvorschuss durch Euch. Euch allen da draußen sei gesagt: "GENOSHA" wird kommen. Wir können nur ehrlicherweise gerade keinerlei Prognose abgeben wann. Unser ursprünglicher Zeitplan, nach dem wir die fertige Scheibe noch vor den Sommerferien hätten verschicken wollen, ist jedenfalls geplatzt. Wir bitten Euch inständig um Verständnis, dass Christians vollständige Genesung im Moment oberste Priorität hat, und hoffen darauf, Euch dann möglichst bald und voller Stolz unser neues, lautes Album präsentieren zu können.



Ein wichtiger Hinweis für alle Crowdfunder:
Nun haben ja nicht alle Crowdfunder die CD als Dankeschön gewählt und so sei allen anderen gesagt, dass wir alle Dankeschöns, die nicht unmittelbar mit der Musik zu tun haben, in der nächsten Zeit Stück für Stück abarbeiten und Euch zukommen lassen werden. Wir hoffen, dass Ihr uns weiterhin gewogen bleibt und Euch trotz der Verzögerung – wie wir – weiter auf "GENOSHA" freut. Wie gesagt, wir sind fünf. Und das ist auch und gerade in solchen Momenten großartig.

Energie – Eure freundlichen PORTERs von nebenan.


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Endlich: das Crowdfunding startet!

Los geht`s mit dem Crowdfunding!
BITTE TEILEN !!!!

Es gilt: wir brauchen Eure Hilfe. JETZT!
Auf www.startnext.com/porter-genosha läuft ab sofort das Crowdfunding zu unserem neuen Album.
Werdet Teil von "GENOSHA" und helft uns unseren Traum wahr zu machen. Wir lieben was wir da tun und wir tun alles dafür, dass Ihr es auch lieben werdet!
Es ist so simpel:
Einfach einmalig auf www.startnext.de anmelden,
je nach Möglichkeit eins von über 20 Dankeschöns für Eure Hilfe aussuchen,
wenn wir unser Ziel erreichen, bekommt Ihr es Freihaus,
wenn nicht, sofort Euer Geld zurück.
Absolut ohne Risiko.

"Genosha" wird bei erfolgreichem Crowdfunding als CD erscheinen, aber auch für alle kostenlos unter der Creative Common License downloadbar sein, auf allen üblichen Plattformen.
Wir sagen jetzt schon mehr als Danke und unseren ewigen Respekt!!!
Eure freundlichen PORTERs von nebenan.
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Vom Glück, mit den richtigen Leuten abzuhängen

Ein weiterer Zwischenstand zum GENOSHA-Projekt. Heute: Pures Glück!

"Teamwork ist der Hase des Glücks, man muss ihn nur mit blättrig Klee bis unter die Ohren füttern." (Ghandi)



So einen langen und vor allem bewussten Vorlauf wie "Genosha", hatte wohl noch kein Album von uns bisher. Und da nehme ich auch unsere Frühwerke mit anderen Bands nicht aus. Das Songwriting haben wir im Grunde bereits unmittelbar nach der Veröffentlichung von "Wolkenstein" begonnen, also etwa ab Anfang 2014. Eine nicht vorhersehbare Zwangspause, die uns etwa ein Jahr gekostet hat, hat am Ende dennoch mit dazu beigetragen, dass die Songs heute so klingen, wie es sich Stand heute, dreieinhalb Wochen nach Beginn der Aufnahmen abzeichnet.

Das Allerbeste jedoch ist kaum planbar und hat sich im Laufe der Zeit so entwickelt. Inzwischen ist das Projekt "Genosha" nicht nur ein Bandprojekt, sondern richtiges Teamwork geworden. Nicht nur wir 5, die wir PORTER sind und die Songs im Proberaum über Monate, ja Jahre haben reifen lassen, sind dieses mal die Hauptakteure in diesem Spiel. Haben zum Beispiel Lars Schlüter und Massimo Sarti, von der befreundeten Band The Flaw, bereits zum Werden des letzten Albums "Wolkenstein", einen Großteil der Arbeit beim Recording und die Federführung beim Mix übernommen, so sind sie dieses mal weit früher in den gesamten Schaffensprozess eingetreten und irgendwie bereits zu einem Teil von PORTER geworden. Und das ist so grandios für uns, wie es hörbar auf "Genosha" sein wird.



Lars, als Gitarrist, und Mimo, als Bassist, bringen zusätzlich 4 Ohren mit, wobei jeder für sich schon von Hause aus auf andere Nuancen achtet. Aber noch viel wichtiger, als die Tatsache, dass die zwei unter sofort verstanden zu haben, worauf wir als Band mit diesem Album hinaus wollen, ist der externe Blick auf die Songs, die zu großartigen Impulsen durch mitunter kleine Ideen geführt haben. Und das nicht, wie bei Produzenten früherer Tage durchaus auch schon mal vorgekommen, in dem Bestreben, die Songs nach ihrem Geschmack umzubauen, sondern mit dem Anspruch, das beste aus dem vorhandenen Charakter heraus zu holen.

Und dann gibt es da auch noch Martin Werner, den Chef des Hagener Goldsound Studios. Der Soundnerd mit dem unendlichen Wissen, selbst Schlagzeuger, hat sich da ein kleines, extrem feines und urgemütliches Studio mit unfassbaren Soundfinessen aufgebaut, in das wir durch Zufall, aber letztendlich die Anregung von Lars und Mimo geraten sind, die uns vorgeschlagen haben, die Drums bei dieser Produktion extern, in einem speziellen Studio aufzunehmen. Wir wussten, dass wir uns nur weiter entwickeln konnten, wenn wir etwas Neues wagen und waren sofort einverstanden. So landeten wir mit Martins Studio einen absoluten Volltreffer. Auch er hat sofort verstanden, wo die Songs hingehen sollten und wollten, und auch er entpuppte sich, im kongenialen Zusammenspiel mit Lars und Mimo, als unaufgeregter aber stets treffsicherer Ideengeber.

Klar war es bei den Aufnahmen – Volker und ich haben Bass und Schlagzeug zusammen aufgenommen – des Öfteren unheimlich, wenn es über die Kopfhörer aus dem Regieraum hieß "Sekunde, wir müssen uns kurz besprechen" und dann absurderweise minutenlange Stille auf den Ohren herrschte. Und ja, ich war bei den meisten kleinen Schlagänderungen zunächst bockig und dagegen, aber immer wenn wir es dann ausprobiert haben, waren die Anstöße goldrichtig und 100 prozentig songdienlich. Ich ziehe hiermit also meinen Hut und leiste Abbitte. Ihr war, Ihr seid großartig!



Last but sowas von überhaupt nicht least, muss ich an dieser Stelle auf die Zusammenarbeit mit dem großartigen Fotografen Jürgen Bürgin hinweisen, den ich vor langer Zeit über Twitter kennen und schätzen lernte. Seine Bilder sind von so unglaublicher Authentizität für mich, dass sie mich zu einen Großteil der Texte, und letztlich sogar zum inhaltlichen Konzept von "Genosha" inspiriert haben. Aus meiner - ebenfalls bereits im Jahre 2015 an ihn gestellten Anfrage (ja, das Artwork steht in der Tat in diesem Fall mal zuerst), ob wir eventuell eines seiner Bilder, mein Lieblingsmotiv, als Cover für "Genosha"verwenden dürften, wurde schnell mehr. Und so werden sich Jürgens wundervolle Fotos durch das gesamte Artwork von "Genosha" ziehen und die Emotionen der Musik auch ins Booklet übertragen. Mich macht so eine Kollaboration unglaublich glücklich und ich hoffe derzeit irgendwie, dass wir das noch weiter ausbauen können.

Eine weitere Ebene der – ich möchte sagen "globalen" – Zusammenarbeit, stellt jedoch das in der nächsten Woche startende Crowdfunding auf startnext.de zu "Genosha" dar. Und hier kommt Ihr ins Spiel und somit auch an Bord der PORTER-Familie. In der nächsten Woche gibt`s Alarm.

Und so ist es nicht zuletzt das unglaublich kreative Teamwork, welches "Genosha" so besonders, so wertvoll für uns macht.




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Wie ich die Musikersprache dechiffrierte



Wir machen ja nicht erst seit gestern Musik, und so hänge ich auch schon ein paar Jahrzehnte mit diesen "Musikern" rum. Allerdings habe ich sie noch immer nicht in Gänze ergründen können. Von verstehen will ich hier erst gar nicht reden. So weiß ich auch noch immer nicht in letzter Konsequenz einordnen zu können, dass mir innerhalb der letzten zwei Wochen bereits zwei mal von "Musikern" attestiert wurde, dass ich "echt geil asi" trommeln würde. Was bei einem normalen Schlagzeuger zunächst einmal die völlig natürlich Reaktion eines spontanen Gewaltausbruchs hervorrufen würde, war in diesem Fall jedoch - ich lerne beständig - durchaus als Kompliment gemeint. Mag sein, dass es an meinem Hang zur musikalischen Gewalt in Verbindung zum unzulänglichen technischen Vermögen liegt. Ich glaube auf jeden Fall - und das ist schon schlimm genug -, dass ich weiß, was sie gemeint haben.

Und das ist wahrscheinlich auch der Kern von "Genosha". Die zehn Songs, die derzeit im Hagener Goldsound-Studio entstehen, sind wesentlich roher, lebendiger, drängender, als die meisten Porter-Songs zuvor. Würde man diesen Songs ein cleanes, glattgebügelte High-End-Klangbild geben, man würde sie ihrer Seele berauben. Wir haben nicht lange mit unseren großartigen Produzenten Lars und Massimo (ja, auch solche "Musiker") oder auch Martin vom Goldsound (zum Glück ein Schlagzeuger) über die Ausrichtung der Songs, und den Sound den sie benötigen, reden müssen. Wenn man die Riffs hört, weiß man sofort, dass muss pulsieren, das muss atmen, das will nach vorne gehen. 



Inhaltlich, textlich baut Genosha natürlich auf dem, bereits klare Stellung beziehenden, Wolkenstein auf, geht aber weiter, wird dringender. Die Zeiten lassen eine unklare Haltung nicht mehr zu. Und so ist Genosha vielleicht der saure Bruder von Wolkenstein, der aufrecht aber mit geballter Faust im Raum steht. Nicht verbittert, aber entschlossen.

Ich lies ja bereits die ein oder andere Musikerplattitüde heraus, als ich sagte, das neue Album würde "das beste Album werden, dass wir jemals gemacht haben" (stimmt ja auch). Jetzt setze ich noch einen drauf und sage: Die Aufnehmen zu Genosha lassen mich das erste mal sicher sein, dass wir auf einer Platte exakt so klingen werden, wie wir klingen wollen.

Das Verdienst hierbei geht nicht zuletzt auf das Konto unserer drei Studiozauberer, die uns genau den Sound bescheren, der Genosha verlangt:

und der ist vielleicht auch "so`n Bisschen asi". 




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Unfassbar grandios – bis auf den einen Snareschlag ...



Nun sind sie also rum, die lang ersehnten ersten Tage des "Genosha"-Recordings. Es hat begonnen – das Ding wird Wirklichkeit! Ein persönliches Resümee. 

Für 3 beinahe aus der Zeit gefallene Tage, haben wir uns Anfang des endlich einmal frostig-winterlichen Januars 2017 im urgemütlichen Goldsound-Studio in Hagen Hohenlimburg einquartiert und zusammen mit unseren Producern, Lars Schlüter und Massimo Sarti von der befreundeten The Flaw, und dem Goldsound-Chef Martin Werner die Drumparts sowie den Bass für das kommende Album aufgenommen.

Zum Glück waren Volker und ich relativ gut eingespielt (normal ist das nicht ...), so dass wir im Grunde nicht wirklich viele Takes für die Songs brauchten - wären da nicht die unerschöpflichen Ideen und Kommentare unserer drei, zum Teil sehr bärtigen, Studio-Feen Lars, Mimo und Martin gewesen, die (ist ja gut, ich gebe es ja zu) dem ein oder anderen Song, durch Beharren auf ein schlichtes Ausprobieren, zu noch mehr Drive verholfen haben. Ja, auch das gebe ich zu, ich habe bei fast allen Ideen zunächst meine Bedenken geäußert, aber mit Ausnahme eines Snareschlages (hier liegt Ihr falsch und hier habe ich noch was gut, Jungs ;-), hatten sie jedes einzelne Mal recht. An dieser Stelle einmal ein riesengroßes Danke dafür!

Dass wir am Sonntag Abend breit grinsend aus dem, im malerischen Hohenlimburg gelegenen Goldsound heraus kamen, lag nicht nur daran, dass alles wunderbar und ohne große Komplikationen geklappt hat oder dem netten Abend beim Bierchen in der Grand Central Bar in Hagen, sondern auch an dem erzielten Sound. Den hatten wir uns zwar insgeheim erhofft, allerdings hat das was, wir hier am Ende aufgenommen hatten, unser aller Erwartung bei Weitem derart übertroffen, dass man nur glücklich sein konnte! Die Entscheidung, sich gerade für die Drums und den Bass als Basis, als Fundament des Albums, in ein anderes Studio zu begeben, war im Nachhinein goldrichtig. Und zwar so richtig, dass wir direkt verlängert und uns dazu entschieden haben, auch die Rhytmusgitarrenparts von Lars in Hohenlimburg aufzunehmen.



Das Goldsound ist formidabel im Sound aber dazu kommt, dass man sich hier direkt wohlfühlt. Ein urgemütlicher, großer, aber liebevoll in kleine Zonen unterteilter Aufnahmeraum empfängt einen und sobald man sich an das von Martin perfekt gestimmte Drumset setzt - eigens nach unseren Demo-Aufnahmen für uns zusammengestellt (im Herzen die von mir inzwischen heiß geliebte Ludwig-Snare Black Beauty), geht die Drummersonne auf.

Überhaupt Martin: der Mann ist nicht nur ein ausgewiesener Experte in Sachen Sound und Mischen und zudem ein wahnsinnig netter Mensch, sondern auch ein überaus geiler Drummer, der einem sofort das Gefühl gibt, dass er das Beste aus einem heraus holen wird. Und das hat er auch. Ich bin ja eher Gewaltschlagzeuger als Techniker, und das Geile ist: genau das hört man. Die pure Energie. Wie auch immer Martin den Überblick über sein unüberschaubares Equipment behält ist nicht nur mir, als gänzlich unbedarftem Menschen in Sachen Soundtechnik schleierhaft, sondern ringt auch unseren Experten ein permanentes anerkennendes und staunendes Nicken ab.



Die mittäglichen Ausflüge einmal um den Block herum zur Grillpizzerei "Bei Taki" mündeten dann zumeist auch in muntere Fachgespräche über Sinuskurven, physikalische Verhaltensweisen von Schallwellen oder sonstige Dinge, die mich stets aufs neue erfahren ließen, wie sich ein Alien kurz nach der Landung in einer Nerddisco fühlen musste. Überhaupt die Grillpizzeria. Dachte ich nach dem Gyrosteller am Freitag und dem darauf folgenden Suppenkoma noch "morgen nimmst Du aber was Leichteres, damit Du beim Trommeln nicht stirbst", fand ich mich am Samstag vor einer Gyrospizza, die mich dank analogen Käses noch den ganzen Tag lang mehr als satt machte. Dieser Erfahrung geschuldet zog ich es Sonntag vor, lediglich ein überbackenes Gyros zu bestellen, nur um hier festzustellen, dass scheinbar der Rest der Analogkäseportion exakt für dieses Gericht bestimmt war. Fett.

Aprops. Da ich gerade über Fett rede. Fett, ja fett ist der richtige Ausdruck für das, was da im Abhörraum aus den Boxen kam. Martin hat nicht nur eine unfassbare Mikrofonierung im gesamten Studio verteilt, mit deren Hilfe er diverse Arten des Raumklangs einfangen und optimieren kann, er ist auch der glückliche Besitzer einer echten Echokammer. Dieser nerdige Raum dient lediglich dazu, die Schlagzeugsignale gegen eine Wand zu werfen und den reflektierten Schall wieder aufzunehmen - wenn ich das ansatzweise richtig kapiert habe. Der Effekt ist um-wer-fend! Schmeißt Eure digitalen Krämereien weg. Das klingt so unfassbar geil! Das gleiche gilt unumstritten für den fettesten Bassound, den wir jemals hatten. Volker war dementsprechend ... ich sage mal ausgelassen.



"Genosha" war von Anfang an alleine durch das Songwriting und Lars tonnenschwere Riffs dazu angelegt, sich von "Wolkenstein", sowohl im Sound, als auch in den Arrangements und im kompletten Charakter, zu distanzieren. Ich schrob es bereits zuvor an dieser Stelle: die Zeiten sind härter, düstere geworden. Privat aber vor allem gesellschaftlich wie politisch gab es, gibt es und wird es gewiss ein paar Entwicklungen geben, die danach schreien, dass man seine Stimme erhebt, dass man Stellung bezieht. Wir haben uns noch nie davor gescheut unsere Meinung zu sagen, und haben das auch gewiss in der Zukunft nicht vor. Daher ist 2017 scheinbar genau das richtige Jahr für "Genosha". Hier gibt es wenig Luft für Leichtigkeit, ein zunehmend rohes, doomig-matallisches Element setzt hier die Schwerpunkte mit eher langsamen, schleppenden, aber trotz seiner musikalische wie inhaltlichen Schwere melodiösen und niemals aufgebenden Songs. Möglich dass Lars Wunsch ein danzigartiges Album zu machen nah dran ist erfüllt zu werden, aber eben auf PORTER-Art.

Ihr Lieben, ich bin so heiß auf "Genosha" und das nicht nur, weil die Sessions dazu für mich durchaus schweißtreibend waren. Wir beschäftigen uns nun seit über 2 Jahren mit diesen Songs, es wird Zeit sie freizulassen. Das was bei mir eigentlich immer passiert, wenn wir Songs aufnehmen, ist somit bereits zu einem Teil an diesem Wochenende passiert, obschon es noch ein paar Monate dauert, bis sie ihre endgültige Gestalt annehmen und "wirklich" fertig sind. Ich hatte eine klare Vorstellung davon, wie die Songs sind, was sie ausmacht und wie sie sich verhalten, als wir sie geprobt haben. Nun da mein musikalischer Teil dazu beendet ist, empfinde ich sie anders. Vielleicht ist es ein wenig so, als wenn Kinder kurz davor sind das Haus zu verlassen. Die Songs fühlen sich anders an, erwachsener, reifer.

Und weil es uns im Studio so gut beschäftigt hat, hier noch ein Witz aus Lars Schlüters neuem Musikerwitzebuch:
"Jazz-Schlagzeuger zum Heavy-Metal-Schlagzeuger: "Ich hab` mir gestern zwei neue Besen gekauft." Heavy-Metal-Schlagzeuger zum Jazz-Schlagzeuger: "Machst Du Dir da auch immer die Stöcke draus?"

Ich für meinen Teil, bin unendlich glücklich ein PORTER zu sein und das hier alles machen zu dürfen!

Bleibt aufrecht in diesen Zeiten,
Euer Markus




Hier geht`s zum VIDEO

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P.S.: In ein paar Tagen starten wir via Startnext.de das Crowdfunding für GENOSHA. Ihr alle könnt somit ein SupPORTER - also ein Teil des Projektes - werden. Wir wären wahnsinnig stolz, wenn Ihr uns dabei helfen würdet, GENOSHA wahr werden zu lassen. Wir informieren Euch in Kürze über die Details.

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Genosha - es beginnt

Am 5. Oktober 2013 haben wir unser letztes Album "Wolkenstein" in Händen gehalten und die Songs mehr als stolz auf der Releaseparty live präsentiert. Ich glaube, ich schrieb damals so etwas wie, "Wolkenstein" wäre das Beste, zu dem wir als Band damals in der Lage gewesen wären.

Im Nachhinein stimmt das gewiss zwar immer noch, aber inzwischen sind fast dreieinhalb Jahre ins Land gegangen und sowohl künstlerisch, als auch privat und erst recht politisch sind so unfassbar viele Dinge passiert, dass es nicht verwunderlich ist, dass die Songs, die seitdem entstanden sind, in ihrem Grund, ihrer Ausrichtung, ihrer Stimmung, ihrem Charakter und textlichen Ausrichtung gänzlich anders daher kommen, als die auf dem Album davor.

Wer uns und unser musikalisches Vorleben bereits etwas länger kennt, weiss, dass wir alle durchaus ein Faible für weitaus härtere Musik haben, als wir mit Porter in den meisten Fällen auf die Bühnen und auf CD gebracht haben. Wir werden jetzt gewiss nicht zur Metalband, aber sowohl lang gehegte musikalische Vorlieben, als auch die Ereignisse der letzten Jahre haben sich in Songwriting und Sound derart niedergeschlagen, dass der Unterschied zwischen "Wolkenstein"  und unserem neuen Baby "Genosha" durchaus groß sein wird.

Morgen ist der erste Aufnahmetag für Schlagzeug und Bass, bislang ist noch keine Note gespielt, aber wir alle wissen wie selten zuvor, wie die Songs klingen sollen. Haben wir uns beim letzten Album durchaus im Studio mit recht offenem Ergebnis treiben lassen, wissen wir dieses Mal ziemlich genau, wo wir hin wollen. Die neuen Songs werden nicht die Leichtigkeit von "Wolkenstein" haben, das trotz aller inhaltlicher Schwere eher unser Befreiungsschlag war.

"Genosha" wird schwerer, walzender, dreckiger.  Genosha" wird Stellung beziehen, ein Zurückweichen ist nicht drin. Wir alle sind derart heiß auf die neuen Songs, dass ich hier nicht zum ersten Mal und nicht als erster, die Plattitüde des besten Albums, das wir jemals aufgenommen haben benutze. Ich persönlich freue mich auf den bislang mit Abstand geilsten Drumsound, den ich jemals hatte. Ich denke, wenn wir das Teilchen ordentlich wuppen, steht weiteren Herzensangelegenheiten nichts im Wege. "Damocles" hat uns geweckt, "Wolkenstein" befreit, "Genosha" wird diese Freiheit mit Haut und Haar gegen alles und jeden verteidigen. 

Ich freu mich auf morgen. Ich freue mich auf den Beginn.
Hallo "Genosha". 


Whistleblower`s Secret Team



Dank Shitty-Leaks bin ich in den Besitz der Besetzungsliste der nächsten Staffel von "Ich bin ein Schaf - höhlt mich hier aus" gelangt. Die Kandidaten sind einmal mehr von freilaufenden Experten des Prekariat-TVs ausgewählt und auf ihre Lebensuntauglichkeit hin getestet worden. 

Die Programmacher sind üppig stolz darauf, als ersten Kandidaten Steve Becker (32) verpflichtet zu haben. Becker ist der Anverwandte eines ehemaligen Beinahe-Teilnehmers (22) einer Casting-Show, die fast als Pilot für einen Sender aus der Pro7-Gruppe produziert worden wäre. Wahnsinn.

Als dramaturgischer Konterpart des Stars (32), soll die Mitbewohnerin (21) der Friseuse (26) einer ehemaligen Big Brother-Container-Inhaftierten (45) dienen, die jedoch nach Senderangaben nicht namentlich genannt werden möchte. BILD bringt morgen eine Aufmacher-Storie mit den Hintergründen und genauen Maßen. Kai Diekmann verschenkt im Hintergrund dabei ein Stück Berliner Mauer an einen Diktator, der jedoch nach Zeitungsangaben nicht namentlich genannt werden möchte. Sensationell.

Eine einstmals attraktive, massierende Halbschwester (33) des steppenden Schwippschwagers (35) von Boris Beckers (49) Ex-Masseuse (18) wird für reichlich Wirbel (insgesamt 24) sorgen, da sie bereits in den Pre-Castings von DSDS, LD und FKK erst in der vorletzten Runde wegen Belanglosigkeit aussortiert wurde. Mehr als geil.

Die umstrittenste Kandidatin im nächsten Jahr (2017), dürfte jedoch bereits jetzt eine erfolgreiche Absolventin der RTL II-Abstiegskademie (56) aus der Nähe von Augsburg sein, die bereits so einige Skandale (Abitur, abgeschlossenes Universitätsstudium, geregelte Jobs) hinter sich hat und erst auf dem dritten Bildungsweg die Kurve ins Privatfernsehen gekriegt hat. Die alternativ-attraktiv alternde Adele aus Altenmünster (immer noch 56) hat sich bereits als Lichtdouble der Komparsen bei "Bauer sucht Frau" einen guten Namen gemacht. Formidabel.

Noch mit einem Topsekret versehen ist die Nominierung von Roy Royson (67), der einstige Star der Boygroup "Ass 5" (66, 59, 64 und 76), die in den frühen 90ern bereits auf Gesang verzichteten und fatalerweise ganz auf ihre Ausstrahlung und Ihr Tanzvermögen setzten, bis sie kurz nach dem Auftritt bei der Neueröffnung der Streppenkötter Lada-Gebrauchtwagenzentrale ihre Auflösung (72 dpi) bekannt gaben. Puh.

Altfußballweltmeister Lothar Matthäus (55) hingegen wurde wieder einmal, trotz vehementen Aufdrängens seiner Anwältin (fast 17, 110,35,90), nicht berücksichtigt. Schade.

Hei, das wird ein Spaß.
Ich lucke auf jeden Fall extrem forward auf die nächste Trash-TV-Saison.

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