Der @herrgott ist hoch erfreut.


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Donnerstag, 3. April 2014

Meinungsmache

Meinungen sind gefragt im Web 2.0, das nun - nur nebenbei erwähnt - eigentlich langsam mal eine höhere Versionsnummer verdienen würde. Meinungen sind gefordert, sind erwünscht und stets willkommen in unserer ausgewiesenen Mitmachkultur - meiner Meinung nach. 

Allerdings: Meine ich das nur oder ist es nur ein geringer Prozentsatz derer, die überhaupt eine Meinung haben, die sie auch offen mitteilen? Meistens sind es dann doch immer dieselben. Und von denen, die keine Meinung haben oder äußern, lassen zudem immer mehr dann doch eine Meinung hören, nämlich die, dass sie der Meinung sind, dass die anderen, die ihre Meinung ungefragt mitteilen, diese doch lieber für sich behalten sollten. 

"Alle haben zu allem eine Meinung und sie teilen sie jedem mit, das ist das Grauen" klang es schon in den 90ern vertont durch eine von mir sehr geschätzte Band aus den Lautsprechern. Interessanterweise ist ja auch das eine Meinungsäußerung gewesen. Die Frage scheint interessanterweise gar nicht wirklich die zu sein, OB man seine Meinung äußert, sondern vor allem WOZU und noch vorallemiger WIE. Und da scheint es gesellschaftliche Schablonen zu geben.

Den Mund verbieten wollen einem spannenderweise exakt jene Zeitgenossen, denen die Meinung nicht passt, die man gerade geäußert hat. Soweit so menschlich und auch legitim. Könnte eine Diskussion werden, meint man. Fragt sich nur, muss sich derjenige mit der Meinung nun zurückhalten oder wäre es nicht wesentlich schlauer von dem die Meinung nicht hören wollenden, einfach nicht zuzuhören, einzuschalten, mitzulesen? 

Wahr ist: Meinungen von Gleichgesinnten sind gefragt im Web. Aber auf jeden Menschen mit einer Meinung kommt mindestens ein Troll, der sich mit Absicht und zumeist großem Vergnügen über die freie Meinung desjenigen aufregt, den er eigentlich gar nicht sehen, hören, lesen will. Aber anstatt mit seiner eigenen Meinung dagegen zu halten, argumentativ zu kämpfen, wird gepöbelt, gejammert, geschimpft, oder kleinlich jeder kleinste Fehler herausgearbeitet. Das Ziel ist das Bloßstellen. Da geht es Markus Lanz nicht anders, als jedem Blogger.

Es ist so viel einfacher die Leistung anderer schlecht zu machen, als selber mal etwas anzustoßen. Verstehe ich ja auch. Armselig und entlarvend ist so ein Verhalten trotzdem. Meine ich.
Das Beruhigende daran ist jedoch, man weiß plötzlich wer wo steht. Der Pöbel - das Wort passt hier einfach zu schön - verlässt ohne es zu merken seine schützenden Gräben und rottet sich zusammen. 

Meinung verbindet also mehr als den keine Meinung habenden lieb ist. Meint Ihr nicht?


Montag, 31. März 2014

Ein kurzes Wort zur Subkultur

Als einer der herzblutorientierten Vertreter der Kleinen, der aus einem Drang, heraus Schaffenden, möchte ich hier all denen das Wort reden, die weder vom staatlich subventionierten Kulturbetrieb, noch von der popkulturellen Maschine finanziell oder sonst wie ernährt werden.

Es ist ein weit verbreitetes Missverständnis, auch und sogar unter vielen meiner engen Freunde, dass Kunst - sei es Musik oder Malerei, Performance oder Schreiben, Bildhauerei oder Fotografie - doch zu etwas führen müsse. Und was mit "etwas" gemeint ist, lässt sich in zwei Worten zusammen fassen: Geld und Bekanntheit.

Dabei wird in gewiss 95% aller Fälle übersehen, dass es der Subkultur genau darauf nicht ankommt. Abgesehen von einem ohnehin existenten, gesunden Misstrauen dem Mainstream gegenüber gilt: Es ist mitnichten das Ziel eines Künstlers - und war es noch nie - mit seiner Kunst möglichst viel Geld zu machen, ja nicht einmal davon leben zu können. Es kommt absolut nicht darauf an, dass man seinen Namen in versalen Lettern in der Klatschpresse liest. Es ist zwar wunderschön, wenn möglichst viele Dein Bild betrachten, Deinen Roman lesen, Deine Ausstellung oder Deine Konzerte besuchen - aber im Grunde kommt es auch darauf nicht an. Es ist gänzlich ohne Belang. Es ist einzig und allein wichtig, dass Du rauslässt, was raus muss.

Spannend ist, dass an sich als Künstler stetig dafür rechtfertigen muss, warum man denn hier noch nicht ausgestellt, dort noch nicht gespielt oder da noch nicht gelesen habe. Die Wenigsten sind bereit sich auf Kunst wirklich einzulassen - unabhängig von Rang und Namen eines Künstlers. Doch wer verleiht hier das Signet "Rang und Namen"? Die Fachpresse, das Feuilleton, Kunstinteressierte, Menschen, die noch niemals einen kreativen Drang verspürt haben?

Ich könnte jeden Sonntag Abend kotzen, wenn ich in der ARD die von mir eigentlich gern gesehene Sendung ttt einschalte, und mir einmal mehr der neue, natürlich wunderhübsch anzusehende Soulgesangsstar präsentiert wird, der uns alle jetzt ob seiner einzigartigen Stimme ach so irre umhauen muss. Jeden Sonntag. Um Inhalt geht es hier dabei eher selten, junge Musik, politische Musik, ambitionierte, risikobehaftete Musik? Fehlanzeige. Mir fällt dieser Hohn allen Musikern gegenüber, die mit ihrer Musik etwas ausdrücken, verändern, bekämpfen wollen natürlich besonders auf - bin ich doch selber Musiker. Ich denke aber, es geht anderen Künstlern in der Wahrnehmung der abgebildeten Kunst hier nicht wirklich anders.

Gesellschaftlich der Konsens tragenden Ignoranz gegenüber der aus sich heraus erwachsenden Kunst die glänzendste Krone aufsetzend, ist jedoch jene bildungsbürgerlich etablierte Haltung, zu keiner Vernissage unbekannter Künstler seiner Heimatstadt, zu keinem Konzert einer Band, die man nicht aus dem Formatradio kennt, zu keiner Lesung eines ungedruckten Schriftstellers aus der Region zu gehen - ABER dann nach fucking Berlin zu fahren und hier jede verdreckte Innenhof-Spelunke für ihre dichtenden Säufer zu feiern, da HIER ja die Subkultur noch richtig lebt! Und dann bei jedem Besäufnis im Freundeskreis mit Inbrunst und einer unfassbaren Ignoranz zu betonen, es gäbe ja nichts Neues und Relevantes mehr.

Unser Kulturtourismus zeigt, wie oberflächlich unser Kunstverstand in Wirklichkeit ist. Wie sehr das "Ich war da"-Phänomen bestimmt, welche Ausstellungen besucht werden, unfrei nach dem Motto: "Kann ich das erzählen, dass ich da war und wie sehr werde ich dafür bewundert?" Und nein, richtig Arschloch, Du wirst in der Masse gewiss nicht dafür bewundert werden, wenn Du mit den Namen nie gehörter Künstler um Dich wirfst. Nein, da wird kein Glanz eines Gerhard Richter auf Dich abstrahlen, der hochbegabt, aber offensichtlich inhaltlich schon immer inspirationslos sein Werk den Massen in ausverkauften Monsterausstellungen präsentiert, was ich hier nicht einmal Herrn Richter vorwerfen möchte.

Hier ist eine Lanze, all jenen, die etwas in sich spüren, die dem, was sie in sich tragen Ausdruck verleihen wollen. Verzweifelt bloß nicht daran, dass Ihr glaubt, niemand würde sich für Eure Kunst interessieren, denn das ist scheißegal. Es ist wichtig, dass Ihr es spürt, dass Ihr es heraus lasst, dass Ihr kreativ seid. Kunst ist Kunst, jenseits von Zuschauern oder Lesern, ungeachtet von Charts und Rankings. Derartige Maßstäbe haben Bürokraten eingeführt, die Unkreativen, die Neidischen, die gewiss selbst niemals erschaffen haben und werden.

Es gibt so viele Vorbilder in Sachen Do It Yourself in beinahe allen Epochen. Der Dadaismus, der Punk, der Hardcore, die kreativen Keimzellen einer jeden Subkultur. Lasst Euch nicht von Redakteuren oder Kritikern erzählen, dass das was Ihr tut weniger wert ist, als das was andere tun, weil die vielleicht mehr verkaufen. Scheißt auf ihre Punktesysteme. Führt Euch vor Augen, das Kunst und Verkaufen, im Prinzip Gegensätze sind, denn Ideen, die zu Geld werden, sich verkaufen, werden Mainstream und wollen nicht mehr Probleme skizzieren, sondern mutieren zum Selbstzweck, und das ist das Verkaufen.

Und wenn Euch Freunde das nächste Mal fragen, was Ihr mit Eurer Kunst erreicht habt, sagt Ihnen, sie mögen es selbst herausfinden. Wenn sie den Mut und die Energie dazu haben.

Samstag, 22. März 2014

Der Kern

Es ist der Kern. Das Herz. Das Wesen von jedem, von allem.

Es ist die Sehnsucht, den Dingen möglichst nahe zu kommen. Und im Grunde ist alles ohne das Wissen um den Kern nichts. Es ist verrückt danach zu suchen - und noch viel verrückter es sein zu lassen. Man kann es also (im Grunde) nicht richtig machen, aber - und das ist die gute Nachricht - auch nicht falsch.

So trennt sich der Weg derer, die es richtig machen, und derer, die es nicht falsch machen wollen. Fraglich ist, wer von beiden es aus seinem Antrieb heraus versucht und wer es genau aus dem selben Grunde lässt. Ist im Grunde, nicht im Kern, aber auch egal.

Wichtig ist vermutlich nur, was man aus der jeweiligen Wahl heraus macht - oder lässt. Denn wenn man sich dem Kern, dem Herzen, dem Wesen aller Dinge bewusst nähert, oder ihm bewusst fern bleibt, ändert man es - hat man zumindest die Chance es zu ändern.

Und nicht zuletzt das zu versuchen ist die Pflicht eines jeden, der dem Kern näher kommen möchte - oder gar muss. Auch wenn es klingt wie eine Chance, eine freiwillige Entscheidung, ist es für diejenigen die es anstreben, nicht selten eine Unabdingbarkeit. Ein Zwang der allerdings paradoxerweise eine Chance bedeutet. Und so mündet es in einen Kreislauf.

Und so suche ich den Kern. Das Herz. Das Wesen von jedem, und allem.

Freitag, 21. März 2014

Niesgewalt vs. Qualbefreite

Der Niesgewalt ich Einhalt such, die Frühlingssonne steht im Ruch,
Der Bösewicht des Spiels zu sein, drum geh ich selbst fürs Sonnen rein.

Den Qualbefreiten schau in Ruh, ich ohne Neid von innen zu,
Wie sie sich unter Birken scharen, um sommerlichen Schein zu wahren.

Sie grillen sich zu jeder Stund, den nackten Körper rundum wund,
Bis Teile der gegrillten Stellen, sich ganz von selbst vom Leibe pellen.

Der Mücke sind sie ausgesetzt, die sie sogleich im Schwarm zerfetzt,
Die Wespen tun es ihnen gleich, und rauben noch ihr letztes Fleisch.

Vernetzt mit Mobilendgeräten, sie virtuell das Gras betreten,
Und postend voller Wortgeschick, teiln sie mir das dann auch noch mit.

Die Selfies füllen Timelines fixer, als Alkopops die ganzen Typen,
Sie preisen Sommersonnensinn, und nähren meinen Sommergrimm.

Erwägend ein Gedicht zu schreiben, verbleib ich zürnend beim Verbleiben,
Im Niesen episch ausgemaßt, und zwischen drin betont verhasst.

So tu ichs allen Grillern gleich, und wähne mich voll Sommers reich,
Ich schmeiß mich unter die Gesunden, und niese schamlos meine Wunden.

Den Birken werf ich gönnend Blicke, durch Ast und Zweig tief ins Gewicke,
Die Qualbefreiten straft mein Niesen, es ist, als würd ich Blumen giessen.

Donnerstag, 13. März 2014

Ich gehöre mir eigentlich gar nicht

Ich bin der Rechteinhaber meiner Urängste. Und ich erwarte stündlich einen persönlich via Sendboten zugestellten Brief von der GEMA, die mir standrechtlich mitzuteilen gedenkt, dass dem nicht so ist. Schließlich habe ich ja keinen Freistellungsauftrag zur kostenfreien Nutzung meiner Ängste bei der Pseudobehörde angefragt.

Das alleine wäre beinahe noch zu ertragen, so wäre man im Falle eines Anfalles von Urängsten wenigstens nicht alleine. Sofort stünden einem zwei, drei Pseudobeamte zur Seite, die einem mit fiktiven, da völlig willkürlich festgelegten Rechnungsbeträgen vor der Nase herumfuchtelten und auf die sofortige Begleichung dieser Pseudorechnung bestünden.

Was aber, wenn ich unerwartet eine Fantasie in die Tat umsetzte? Ungefragt und nicht genehmigt von der GEMA? Darf ich ja schließlich nicht einfach machen. Eine Idee, die ich irrigerweise als die meine erachtete, Gestalt annehmen zu lassen, ohne zuvor einen der wirklich so wichtigen wie umsichtigen und im Wohle der Kunst handelnden Pseudobeamten gefragt zu haben.

Wo kämen wir denn da hin? Wenn sich plötzlich jeder befähigt sähe, seiner Kreativität einfach so ungefiltert und - das ist der Punkt - ungenehmigt und - das ist der zweite Punkt - unbezahlt und ungehemmt freien Lauf zu lassen. Das wäre ja verrückt. Eine unregulierte, eine enthemmte, eine kreative, eine freie Gesellschaft! Das darf nicht sein. Das sehe ich natürlich ein. Das hier ist Deutschland. Wir brauchen immer jemanden, der uns sagt, was wir dürfen und ob wir es überhaupt dürfen, und vor allem wann und zu welchen Bedingungen wir es dürfen. 

Ich mag die GEMA!
Ich mag die Regulierung.
Ich mag Klugscheißer und kreative Bremsen.
Ich mag Beamte und regulierende Paragraphenreiter.
Ich mag gedankliche Fesseln und staatliche Bevormundung.
Ich mag kleinkarierte Sakkoträger im Geiste.
Ich mag horizontal beschränkte Stempelkissenverbraucher.

Und vor allem mag ich es zu wissen, gegen was es sich bis aufs Blut zu kämpfen lohnt!


Donnerstag, 6. Februar 2014

All das sind wir!

Was ist der Treibstoff Deiner Seele?
Was ist der Ursprung Deiner selbst?
Was bedeutet Dir Deine Erinnerung .. an Dich selbst?
Was macht Dich zum Menschen?

Wir sind allesamt Verräter. Verräter an uns selbst. Das lässt sich gar nicht umgehen. Nicht mal für den ghandieskesten unter uns. Das ist auch okay. Auf das Maß kommt es an. Den Pegel. Die Dosierung. Wie immer und überall.

Kannst Du Dich noch erkennen, wenn Du Dir alles wegreißt, was Dich stört? "Bist Du noch da" - hinter all dem Gekauften, den Fassaden, dem Gespielten?
Weißt Du was Träume sind - oder ... träumst Du gar nicht mehr?*
Lässt Dich das nächtliche Trommelfeuer Deiner Gedanken kalt, streifst Du es morgens mit der selbst temperierten Dusche ab oder gibst Du ihnen die Chance, Dich zu überzeugen? Mit Argumenten, mit Gefühlen. Mit Erinnerungen an Dich selbst?

Dunkelheit kann ein Antrieb sein, Selbstzweifel ein Nährboden aus dem Neues erwächst.
Es ist verdammten Phönix. Das alles sind wir - auch wenn wir zu weit gehen oder unfassbar weit hinter unseren Möglichkeiten zurück bleiben.

Wenn Du etwas spürst, das hinaus will, lässt Du es zu? Auch wenn es vielleicht das letzte ist, was übrig ist von Dir, wenn es Dich dann doch noch zerstört, und sei es nur gesellschaftlich.Vieles ist einfach peinlich. Zu peinlich. Gegen jedes Image. Mag sein. Aber das Meiste davon geschieht ja eh in Deinem Kopf. Die verdammte Schere, das Skalpell, der Pranger.

"Es wird nie mehr, wie es war." Ein Wahrheit. Es sei denn, Du bist erfüllt von religiösen Gedanken, die alle oben gestellten Fragen mit einer so schnellen wie endgültigen Antwort ad acta legen.

Als vielleicht einzige Ausnahme in diesem Fall stellt sich dennoch irgendwann diese Frage aus Zeile drei:
Was bedeutet Dir Deine Erinnerung an Dich selbst?
Wenn Du nicht weißt, was Du auf diese Frage antworten sollst, bist Du ja bereits auf einem guten Weg. Wenn Du kopfschüttelnd weg siehst, hat auch der weiter oben erwähnte Phönix im Prinzip seine Asche selbst in alle Winde geblasen.

Solange wir eine vage Ahnung an und von uns selbst haben, gibt es keinen Grund zu verzagen - egal wie es um uns bestellt ist. Wir sind auf dem Weg. Und der ist scheißeholpriglangunebenkurvigkackeundichmusszumbeispieljetztauchnochdieverdammtewäscheaufhängenschwierigundungewiss. Aber er ist nicht vorherbestimmt. Das wäre mitunter tröstlicher und einfacher - aber scheißenochmal langweilig!

Also, Verräter aller Länder, vereinigt Euch und kommt klar! Aber verbannt die Ausreden!
All das sind wir!
 

*Mit unbedingtem Dank an Marathonmann und ihre ultimative Freigeist-Retrospektive "Holzschwert" - ab und an braucht man ihn: den Arschtritt! In Erinnerung an den 4 Jahre zurückliegenden Text in Reminiszenz an Escapado "Worte, Rot markiert!"

Ihr fragt noch immer nach dem Sinn ... !

Es geht einfach kaum etwas darüber, sich selber bewusst zu machen, dass man lebt. Dass man frei ist, und unfassbare Möglichkeiten hat. Dass man etwas geben kann, dass man einem anderen etwas bedeutet und dass einem andere etwas bedeuten. Dass man für jemanden da sein kann. Dass man jemanden helfen, trösten und beschützen kann. Dass man sich selber, seine Gedanken, sein Wesen ausdrücken kann - auf welche Art auch immer. Scheißegal auf welche Art.

Und dann das gruselige, beinahe irreale, da nicht unmittelbar greifbare Gefühl der Stufe eins, dass all das für unzählige Menschen auf dieser Welt - egal ob nah oder fern - nicht zutrifft. Dass sie geknebelt werden, nicht selten von ihrer eigenen Regierung, ihren eigenen Landsleuten. Dass sie erst mundtot gemacht werden, bevor sie auch körperlich sterben - wenn das dann noch einen Unterschied macht.

Schließlich das - weitaus dichtere - gruselige Gefühl der Stufe zwei, dass Menschen aus Deiner Umgebung, denen eigentlich dieselben Freiheiten zur Verfügung stehen sollten oder standen wie Dir, eben diese nicht mehr nutzen können. Vielleicht sind sie existenziell bedroht, vielleicht sozial gebunden, vielleicht tot. Letztere haben - auch das ein Horror - niemals mehr die Möglichkeit Ihre Stimme zu erheben, Ihre Gedanken zu teilen.

Und dann ist es wieder da. Dieses seltsame, aber wärmende Drängen, von Deinen Dir scheinbar so selbstverständlich gegebenen Möglichkeiten Gebrauch zu machen. Sie einzusetzen. Sie freizusetzen. Sie zu befreien. Dich zu befreien. Und damit stellvertretend auch all die anderen, die dieser Möglichkeiten nicht habhaft oder beraubt sind.

Abwarten und jammern ist einfach - und doof - und RTL - und vor allem: eine Lüge!

Ihr haltet Freiheit für eine Plattitüde?
Ich halte Freiheit für existenziell!  

Wir, die wir einen Fetzen Freiheit in Händen halten, haben die verdammte Pflicht dazu, sie zu nutzen.
Damit sie leben kann - damit wir leben können!

Montag, 27. Januar 2014

Mach's gut Micha.

Nun ist er also gegangen. Nach monatelangem und beispiellosen Kampf hinterlässt ein ebenso sturer wie liebenswerter Sauerländer die Bühne und hinterlässt eine klaffende Lücke bei denen die ihn kannten und liebten.

Micha ist weg. Und ich bin froh, dass ich ihn kennenlernen durfte. Ihn, der die sozialen Medien so sehr verabscheute, wie er allzu viele Menschen auf einem Haufen mied. Auf den ersten Blick ein absoluter Eigenbrötler, auf den zweiten ein stetig moppernder Grantler, auf den dritten eine Seele von Mensch mit einer sehr eigenen Meinung.

Ich kannte ihn leider nur ein paar Jahre und bestimmt nicht in all seinen Facetten und die Gelegenheiten, zu denen wir uns trafen, hatten zumeist feierlichen Charakter oder eben den Umstand unseres wöchentlichen Stammtischs. Es gibt gewiss viele, die ihn wesentlich länger kennen, bereits seit es ihn aus dem Sauerland ins Ruhrgebiet verschlagen hat, aber ich denke, ich hatte einen guten Draht zu ihm.

Keiner meiner Freunde hat mehr Konzerte von mir besucht, als Micha. Abgesehen davon, dass er unser Album Wolkenstein als anonymer Spender mitfinanziert hat - wie gesagt, er hasste soziale Medien und zuviel Aufmerksamkeit seine Person betreffend - habe ich ihm mitunter die scharfsinnigsten Feedbacks unserer Konzerte zu verdanken.

Ich denke, Micha hätte sich nie als Nerd bezeichnet, doch auf die positivste Interpretation dieses Begriffs war er für mich ein Nerd. Er war nie monothematisch, doch geradezu penetrant hinsichtlich der Missionierung der Welt, wenn es um den technischen Klang von Musik geht. Ich denke, falls ich jemals einen neuen Kopfhörer kaufen sollte, werde ich mich nach Stax - ich weiß nicht einmal, wie man diese Marke schreibt, obschon ich den Namen gefühlt 2000 mal gehört habe - erkundigen. Und ich werde niemals mehr die Queens Of The Stoneage hören, ohne an Micha zu denken. Seine Verehrung für den Mitschnitt eines ihrer Konzerte ist Geschichte.

Micha war in der Tat einer der wenigen positiven Pessimisten, die ich kenne. Noch im letzten Jahr planten wir einen eigenen Blog, um unserem Missfallen über schrecklichste Mainstream-Musik a la Rihanna und Max Herre und überhaupt all diese uninspirierte Scheißmusik da draußen Ausdruck zu verleihen. Natürlich gab es auch Dissenzen - ein Wort, das niemand so natürlich gebrauchte, wie Micha - zwischen uns, bezüglich hörbarer Musik, ich sage nur Distelmeier. Aber seine Ablehnung kam von Herzen und somit akzeptierte er meine.

Micha war ein Mensch mit einem unfassbaren Dünkel auf sein Studium. Mit diesem trieb er mich soweit, dass ich 2010 mit ihm gewettet habe, dass ich binnen 10 Jahren meinen Doktor machen würde. Nur, um ihm zu beweisen, dass das eine reine Fleißarbeit ist. Der Einsatz war sein Lieblingsbier. Eine Kiste Krombacher. Irgendwie hat er jetzt final gewonnen.

Ich habe Micha in Lebensphasen kennen gelernt, in denen er gewiss nicht immer glücklich war und man sah ihm seine Sorgen durchaus an. Nichtsdestotrotz hatte er am Ende einen Menschen an seiner Seite, auf den er stolz sein konnte. Bis ganz zum Ende.

Ich bin froh, dass ich ihn vor ein paar Tagen noch einmal sehen, sprechen konnte - auch um ihn an unsere Wette zu erinnern. Was ich im Leben nicht vergessen werde, ist sein trockener Humor, den er sogar zu äußern in der Lage war, als er eigentlich nicht mehr über die geeigneten Mittel verfügte. Es wäre zu pathetisch zu behaupten, er hätte bis zu seinem letzten Atemzug die wahren Spießer verlacht, aber auch nicht ganz weit weg von der Wahrheit.

Ich persönlich werde den 27. Januar ohnehin niemals vergessen, da an diesem Tag im Jahr 2011 auch mein Vater verstarb. Und irgendwie möchte ich glauben, dass ich diesen Tag eines Tages als einen guten Tag ansehen kann. Ein Tag an dem nun bereits 2 gute Menschen gingen, die nicht nur mir etwas bedeuteten. Vielleicht wird aus diesem Tag der Trauer mit der Zeit ein Tag des Friedens.

Werde ich Dich vermissen Micha? Oh ja, das werde ich. Bescheuerter Weise bist Du einer von den Menschen, die man kennenlernt, ein zeitlich nur kurzes Stück des Weges begleitet, und am Ende aller Tage bemerkt, dass man viele Dinge nicht gesagt und nicht getan hat. Das scheint zwar beinahe immer so zu sein, aber in Deinem Fall , Du sturer Bock, Du alter Stiesel, Du nerdiger Sauerländer, Du gutes Herz, wird genau das bei mir dazu führen, dass ich Dich niemals vergessen werde. Keiner Deiner Freunde wird Dich je vergessen.

Und wir zwei Atheisten wissen, das ist es was bleibt. Was mich gerade trotz allem zum Schmunzeln bringt, ist die Tatsache, dass Du meinen Text aufgrund der Kommasetzung oder der ein oder anderen Formulierung gewiss zerpflücken würdest, alter Korinthenkacker... Und ich würde es lieben.

Ich wünsche Dir, dass sich alle Deiner erinnern so lange sie leben und zwar so, wie Du warst. Unangepasst, eigen, stolz und lustig.

Wegen Dir werde ich jeden Samstag, sollte ich die Straßenseite wechseln, ein breites Grinsen auf dem Gesicht tragen. Irgendwann.
Mach 's gut Micha.





Mittwoch, 8. Januar 2014

Novitäter

Unter ferner liefen - Gedanken durch die Nacht
Die Hälfte dieser Racker - hat sich leise umgebracht
Verhagelt sind dem schlichten Sinn
Nun Trübsal und der Sog dorthin

"Anders als die ander'n" - wähnt sich jeder Geist
Bis garstig Klarheit nächtens - tiefe Wunden reisst
Gebügelt duch der Masse Masse
Geschliffen mit abwesend Klasse.

Dauerschwörend Schwüre - schwören sich gleich selbst
Bis der eig'ne Ekel - jene selbst befällt
Die sich seh'n ins Recht getaucht
Die Gedanken - schon gebraucht.

Freitag, 3. Januar 2014

Jahresrückblogblockaden

Tja, das Jahr ist so gut wie rum, ist viel passiert. Ich könnte ja mal etwas Zusammenfassendes schreiben.

Oh, bald ist Weihnachten, eine wirklich wundervolle Gelegenheit, kurz vorher ein Resümee zu ziehen.

Hey, okay, zwischen den Tagen, da hat man immer Zeit für einen besinnlichen Rückblick.

Silvester, das ist DIE Gelegenheit, um wirklich das komplette Jahr, Tag für Tag zu würdigen.

Mhh, das neue Jahr hat also schon angefangen, das ist ja eigentlich noch viel besser. Jetzt it ein wenig Abstand, ist man auch viel objektiver, was die Bewertung des Jahres angeht.

Was, schon der 3. Januar? Vielleicht warte ich einfach bis Dezember, dann schlage ich zwei Jahresfliegen mit einer Rückblogklappe?!

Perfekt.

Freitag, 27. Dezember 2013

Blogstöckchen: Die Worte zum Jahresabschluss

Wer bin ich, dass ich mich seinem Wunsch widersetzen könnte! Dem einzigartigen @westsideblogger sei Dank, sehe ich mich hier nun gezwungen, das mir von ihm zwischen den Tagen zugeworfene Blogstöckchen aufzuschnappen und ehrenhafterweise weiter zu werfen, wenngleich ich keinerlei Ahnung habe, wo dieses Stöckchen vom Baum gefallen ist.
Winterdepression?
Ein wundervoll erleichterndes Gefühl, wenn nach lähmender Frühjahrsmüdigkeit, die auf die stets schwüle Sommerschwere folgende Herbstpsychose mittels Glühwein und Grog endlich von einer, mittels Myriaden von LEDs erleuchteten Winterdepression abgelöst wird.

Urlaub?
Ist überbewertet. Wer, wie ich in der Werbung arbeitete, weiß, dass einem dieser Job jeden Tag wie der reinste Urlaub erscheinen lässt.

Sport?
Jedes einzelne verschlafene, allmorgenliche Tasten im Halbdunkeln nach der Schlummerraste des Weckers, ist mir Sport genug. Ich möchte gar behaupten, ich spiele diesbezüglich in der Profiliga.

Liebe?
Alles ist nichts ohne Liebe!

Drogen?
Seit ich erfuhr, dass man Gewürze ebenfalls Drogen nennt, bin ich wohl der glücklichste und freieste Drogensüchtige überhaupt.

Bücher?
Hier greift ebenfalls meine Aussage zum Punkt Liebe. Bücher sind Vehikel der Kultur. Und Kultur ist schlicht lebensnotwendig.

Rotwein?
Hat die staubtrockene Nase, was mich angeht, weit vor seinem weißen Bruder, dem ich jedoch nicht die Chance auf Profilierung vorenthalten möchte. Den einzigen Nachteil, die dümmliche, wenn auch nur temporäre Verfärbung der Zähne, verzeihe ich ihm gerne.

Weihnachten?
Dolle Erfindung. Wenn es dieses Fest nicht gäbe, müsste man es erfinden. Habe aber bis heute nicht herausgefunden, warum hier Wein mit h geschrieben wird. Egal. Ich achte ihn aber auch so definitiv.

Fehler?
Ich verstehe die Frage nicht.

2013?
Ein Jahr, so Hirn wie rissig und so dünn wie Pfiff. Abgehakt und durchgestrichen.

Der Gott hat seine Schuldigkeit getan, der Gott kann Stöckchen werfen.
 Ich übetstaffele den Stab an:

1. Die wundervolle @Konsonaut
2. Den tiefsinnigen @gedankenhalde
3. Den verrückten @ulf_der_freak

Donnerstag, 7. November 2013

Glücklich ist, wer ...

Jeder hat sie. Zumindest jeder Glückliche hat sie. Diese eine Band, die einem in wirklich jeder Lebenslage eben dieses Leben retten kann. Die einen aufbaut, wenn es schlecht läuft, die einen mit scheinbar genau auf die jeweilige Lebenslage zugeschnittenen Ratschlägen versorgt, die einen anschreit, den Arsch hoch zu kriegen, wenn man in seinem Selbstmitleid versumpft, die einen zum Weinen bringt, wenn einem danach ist und bei der man es auch und gerne erträgt, wenn einem eigentlich nicht danach ist, die einem die Augen öffnet, wenn man den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht, die einen dazu treibt, kreativ zu werden, wenn man doch gerade sich selbst in einem Kreatief wähnte, die einen gesund macht, wenn man leidet, die einem zu jeder Tages- und Nachtzeit willkommen ist, die einen niemals nervt und wenn doch, einem genau deshalb ein breites Grinsen ins Gesicht zaubert, die einen auf Spaziergängen laut mitsingen, im Auto wie Besessen schreien, in der Öffentlichkeit wie ein Volldepp herumspringen lässt, die einem das Gefühl gibt, dass es völlig okay ist, so zu sein, wie man ist, dass man auch auf verlorenem Posten seinen Stolz bewahren, seine Meinung vertreten, seinen Spleens frönen kann, die einen zwingt, Wahrheiten ins Gesicht zu sehen, die einen mit Energie versorgt, immer und immer wieder, die Dich einfach und kompromisslos glücklich macht.
Jeder, der so eine Band für sich gefunden hat, weiß, dass es ein Segen ist. Ich habe meine Band gefunden. Und ich bin sehr dankbar dafür.

Donnerstag, 3. Oktober 2013

Alle Links zum PORTER Album und Release-Gig

Ihr Lieben,

es ist ja fast soweit: das Release-Konzert zum PORTER-Album “Wolkenstein” steht unmittelbar bevor. Daher möchte ich Euch hier noch einmal ALLE wichtigen Links zum Event, aber auch zur Musik in einem Blog an die Hand geben.


D I E   M U S I K

Alle Songs von “Wolkenstein” könnt Ihr folgendermaßen hören, streamen, downloaden, beziehen, erwerben:

> Songs gratis hören und downloaden: soundcloud und myownmusic
 
> CD für nur 10,- € im Design Digifile inl. 12-seitigem Booklet kaufen, inkl. kostenloser Lieferung Frei Haus: Mail an markus@porter-online.de
 
> Songs digital kaufen: Auf allen relevanten Musikplattformen, das ganze Album schon ab 5,99 € z. B. amazon, iTunes, musicload, NokiaMusicStore, aber auch spotify, simfy und vielen andere


D A S   K O N Z E R T

> Karten für das CD-Release-Konzert am 5.10. im TREFF, Witten gibt es für 5,- € an der Abendkasse.
 
> ALLE Dauerkarteninhaber stehen übrigens am Samstag abend auf der Gästeliste
 

> Die Infos zur Veranstaltung auf Facebook
 
> Anfahrtsbeschreibung zum Veranstaltungsort
 
> Adresse: Mannesmannstraße 6 ° 58455 Witten ° Fon 02302 9666590
Mit dem Bus könnt ihr das Treff° problemlos mit dem 320er und dem 376er erreichen. Wenn’s später wird könnt ihr auch den Nachtexpress NE18 in Richtung Rüdinghausen nehmen. Die Haltestelle heißt “Oberstraße”.
Für die Gäste des Treff° und der WERK°STADT stehen kostenlose Parkplätze direkt vor der Tür zur Verfügung.

> Kurzfristige Fragen am Samstag richtet Ihr am Besten an uns via Twitter an @derherrgott oder via Facebook an PORTER

Und nun bleibt uns die unglaubliche Vorfreude zu genießen – und zwar auf Euch!
Eure freudlichen PORTERs von nebenan!

facebook | twitter | PORTER HP | soundcloud | tumblr | pinterest | aboutme

Donnerstag, 19. September 2013

Nichts von dem ist wirklich

Es ist nur ein Versuch. Ein Versprechen an sich selbst, es zu schaffen. Abgesichert lediglich vom dünnen Gefühl, dass es ohne wirkliche Alternative ist und man das eben so macht. Aber ohne Garantie in den Unterlagen. Ohne Anleitung. Ohne Sicherung. "Nichts von dem ist wirklich" , versicherst Du Dir wenig überzeugend selbst. In schwachen Sekunden möchtest Du es ausprobieren. Einfach testen, ob es so ist, wie Du hoffst, dass es nicht ist. Doch natürlich tust Du es nicht. Denn hättest Du Recht, wäre der Verlust immens. Denkst Du. Doch... wäre er das wirklich? Du wirst es nie erfahren. Und vielleicht ist sogar das das Tröstende daran. Vielleicht ist es nur ein Versuch. Aber Du darfst es wenigstens versuchen. Das dürfen längst nicht alle. Und Du gönnst Dir die Vermessenheit, Dich selber Deiner Möglichkeiten beraubt wissen zu wünschen? Dir Garantien zu erbeten? Vielleicht ist es nicht wirklich, aber der Versuch, der ist echt und wahr. Nutze ihn. So viele beneiden Dich.

Freitag, 6. September 2013

GeDANKEnverloren

Gedankenverloren. Zu selten. Sich gehen lassen, um sich zu verlieren. Bei diesem Verlust kann man nur gewinnen. Aber verliert man sie, die Gedanken wirklich?
Also doch Gedanken verloren? So gut wie nie. Es sollte Gedanken gefunden heißen. Finde ich. Im Gedenken an gefundene Gedanken dank der Gedankenverlorenheit.
Geh also danken. Warum nicht öfter? Wert wären es so einige. Menschen, wie auch Gedanken.
Danke.

Dienstag, 13. August 2013

"I declare this bazaar open!"

Kanzleramtschef - ist das eigentlich ein Ausbildungsberuf oder mehr sowas für Quereinsteiger?



Ich möchte Herrn - dem Erklärer - mein vollstes Vertrauen aussprechen und mich bei ihm bedanken, dass er genau die richtigen Worte gewählt hat, um neues Öl ins Affairen-Feuer zu gießen.

Donnerstag, 8. August 2013

Geh, Danke, geh.

Wie artverwandt der Ohrwurm mit dem geistigen Wiederholungszwang einzelner Textpassagen ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Beiden möchte ich, ob massiven Bedrängtwerdens und daraus resultierendem Irrsinn, jedoch zurufen:

Ihr seid frei. Nehmt Euch selber huckepack und beweltreist den Planeten. Möglichst in einer irre hohen und schön luftarmen Umlaufbahn.

Und... hilft's?

Freitag, 2. August 2013

Sei klein

Sei klein und stell Dein Unbill ab
Dann steig und lass sie's wissen
Zu früh noch ist's fürs Massengrab
Zu früh fürs kalte Kissen.

Dein Wort gen oben, zählt' es mehr
Wenn allen gleich es klänge?
Drum mach Dich kleiner, nutz die Chance
Und treib' sie in die Enge.

Schärf Deine Waffen, steck sie ein
Du wirst sie nie benutzen
Sie sehen Dich noch immer klein
Drum werden sie nur stutzen.

Sei klein und führ Dein Wort ins Feld
Bleib ruhig und lach sie nieder
Du bist was sie nicht woll'n: ein Held
Bleib ruhig, schließ Deine Lider.

Ganz ohne Pomp und Pathos passt
Die Welt durch diese Enge
Was nicht hindurch passt ist Ballast
Sie rechnen gern nach Menge.

Sieh hin, zerstöre diesen Tand
Mit Herz und Hirn und Magen
Gibt es ein schön'res Unterpfand
Als Lügen zu zerschlagen?

Sei klein und gib der Welt die Wut
Sich selber zu erheben
Entfache Mut, entfache Glut
Entfache unser Leben.

Donnerstag, 1. August 2013

Je Ruhe desto Sturm

Ich war so etwa 12 Jahre alt, da schrieb ich eine kleine Abhandlung über den Zusammenhang zwischen dem Wörtchen "je" und seinem oftmals zusammen mit ihm auftretenden Bruder "desto". Ich tippte es auf einer alten Olivetti Schreibmaschine, kopierte das Ganze ein paar Mal, tackerte es zusammen, nannte das Ganze Buch und verkaufte es an meine Familie für 20 Pfennig.

30 Jahre später, bin ich nach wie vor fasziniert von Wechselwirkungen und Wortklaubereien. Und immer noch bedingt ein oftmals kleines "je", stets ein mitunter ausuferndes "desto". Gerade jetzt, da ich mich in einem Moment der größten Entspannung inmitten, mir leider immer noch viel zu urbaner und naherholender Natur, befinde, schreien die Gedanken, die so gar nichts mit Ruhe zu tun haben in meinem Kopf.
Im Prinzip kann man - was mich und meine Gedanken angeht, die sich um Literatur, Musik, Kunst im Allgemeinen, das Leben und die Gesellschaft drehen können - von immer der gleichen Faustformel ausgehen: je ruhiger, entspannter, natürlicher eine Umgebung ist, also je harmonischer sich mir das Umfeld, in dem ich mich aufhalte präsentiert, desto tiefer, ernster, revolutionärer werden meine Gedanken und die künstlerische Umsetzung derselben. Letztere kann jedoch in Form eines Liedtextes, eines Bildes oder was auch immer, erst Wochen später erfolgen.

Ich stelle das gerade jetzt wieder bewusst fest, da ich den erquickenden Blick auf einen See genießen darf, mit angenehm wenig Menschen in der Nähe. Ein Gefühl innerer Entspannung ob des gerade genossenen Eindrucks äußerer Ruhe. Es ist das - abgeschwächte - Gefühl dessen, was mich stets überkommt, wenn ich auf einsamen Bergpfaden in erhabener Höhe dem Lärm und dem Unfall der Zivilisation entkomme. Vielleicht brauche ich den Kontrast, um frei zu reflektieren. Vielleicht benötige ich die unbändige Natur, das pure, raue, wunderschöne Angesicht dieser uns Menschen im Gegenzug absolut nicht benötigenden Natur, um meine Gedanken zielführend zu schärfen. Um sie in Stellung zu bringen. Gegen eben all das, was Menschen anderen Menschen antun, im Sinne des Profits oder um Macht zu erlangen, was immer das bedeutet. Macht - was für ein im Grunde lächerliches Wort. Besonders angesichts der wahren Macht: der Natur.

Ich bin mir bewusst, dass ich gerade leicht hippiesk oder gar menschenscheu klingen muss, aber wer von euch einmal alleine auf einem hohen Berggipfel stehen, den Blick über menschenleere Matten und Felswände lenken durfte, und angesichts dieser ohrenbetäubenden Ruhe gleichzeitig glücklich aber auch unbändig wütend wurde, weiß gewiss was ich meine.

Im Grunde ist es aber auch völlig egal, ob Euch dieser Zustand in der Natur, auf einem Rockkonzert, im Garten bei einem Glas Rotwein oder angesichts Eures Lieblingsbildes ereilt. Es gibt äußere, äußerst friedfertige Einflüsse, die einem vor Auge führen können, was die Welt zu bieten hat und was wir daraus machen. Es ist auch unglaublich schnuppe, was uns bewegt, den Arsch hoch zu kriegen, der Auslöser ist ohnehin für jeden individuell, wichtig ist, dass es passiert.

Damit negiere ich natürlich das klassische Bluesmusiker-Klischee, nach denen man die besten Songs schreibt, wenn man traurig ist. Aber wenn ich traurig bin, bin ich nicht gut. Dann bin ich traurig.
Und das was ich heute vom Grunde meines Herzens weiß, was den Antrieb meines gesamten kreativen Schaffens ausmacht, wusste ich scheinbar bereits vor 30 Jahren, als ich mein "erstes Buch" schrieb:

Je besser es mir geht, desto mehr wird mir bewusst, was ich nicht will!
Je schöner die Umgebung, desto wütender ein Songtext.
Je entspannter ich bin, desto expressiver ein Bild.

Und im Grunde ist es doch auch beruhigend, dass ich irgendwo noch immer 12 bin.

Donnerstag, 25. Juli 2013

Wir sind solange frei, wie wir verlangen frei zu sein.

Ist Freiheit ein Gefühl? Ist Freiheit ein Grundrecht? Ist Freiheit wichtig? 

Dreimal ein uneingeschränktes JA.

Die einen sehen Freiheit als das höchste Gut, als die Basis von allem an, als etwas für das es sich unter allen Umständen zu kämpfen lohnt. Andere schlicht als selbstverständlich. Wieder andere bemerken sie gar nicht, bedienen sich ihrer Vorzüge aber tagtäglich ungeniert. 

Ich zweifle oft. Ich zweifle sehr oft. An den Menschen in ihrer schieren Masse, die sich allzu oft, allzu träge in ihr Schicksal begibt, unfähig zu reflektieren, wer dies gerade bestimmt. Unfähig zu Mitleid auch wenn einem der ihren Unrecht oder großes Leid geschieht. Zugefügt ebenfalls durch einen der ihren, durch einen Menschen, gerne auch von vielen. Einer Gruppierung. Dass ich viel seltener verzweifele als zweifele, liegt an den vielen kleinen aber wundervollen Momenten, wie jenem eben, als eine durch die anfahrende U-Bahn fast zu Fall kommende alte Dame gleich von 4 umstehenden Personen aufgefangen wurde.

Da wurde mir sofort wieder eines klar. Mag die Masse auch noch so träge und durch politische Großlagen leicht zum Hinnehmen schlimmer Umstände verführbar sein - wenn es drauf an kommt und die Menschen verstehen worum es geht und was zu tun ist, sind die meisten bereit zu handeln, um seinem Nächsten zu helfen. Wenn sie verstehen worum geht! Das genau ist der Punkt. Wenn sie es verstehen, wissen. Auch hier sind Bildung und Information der Schlüssel. Freie Information und ideologisch neutrale Bildung.

Was, so schoss es mir durch den Kopf, was, wenn alle wüssten, was Ihnen ihre persönliche Freiheit ermöglicht? Was, wenn alle wüssten, dass sie -  natürlich immer schon, aber... - gerade auf eine perfide, mit dem sogenannten Grundrecht auf Sicherheit  begründete Art der Freiheit beraubt werden sollen. Was, wenn ebenfalls alle wüssten, dass sie, würden sie nur dieses eine Mal alle zusammen stehen, nichts zu befürchten hätten. Weder den Verlust ihrer Freiheitsrechte, noch etwaige Repressalien seitens der ihre eigenen Werte schon lange verratenden Bürokratien.

Was, wenn alle wüssten, dass wir hier und heute an einer entscheidenden Wegkreuzung stehen. Dass wir an einem Wendepunkt stehen, und dass wir alle - die Betonung liegt auf alle - bestimmen wohin es mit unserer Gesellschaft geht.

Wir sind so lange frei, wie wir verlangen frei zu sein! 

Hören wir damit auf, sind wir zufrieden, sind wir desinteressiert oder gleichgültig, glauben wir das seien nur Nachrichten die uns nicht beträfen, haben wir verloren. Glauben wir, nur weil wir ja nichts zu verbergen haben, beträfe uns die ganze Diskussion nicht, sollten wir uns definitiv an den Nationalsozialismus erinnern. Und das ist nicht die Nazi-Keule. Verteidigen, fordern, verlangen wir unsere Freiheit nicht, dann werden wir unsere Freiheit verlieren.

Damit kann ich nicht leben. Und ich will nicht, dass, ja ich könnte mir nicht verzeihen, wenn mein Sohn damit Leben müsste.

Macht Euch bewusst, wir sind die Generation, die in Freiheit aufwachsen durfte. Wollen wir wirklich die Generation sein, die die Freiheit kampflos preisgegeben hat?

Warum sollten wir hoffen, dass es morgen besser wird, wenn wir nicht einmal Hoffnung für heute  haben? 

Wir müssen allesamt keine Freunde sein, dafür sind wir viel zu verschieden, aber wir sind alle Menschen. Behandeln wir diejenigen, die den Mut haben, für die Freiheit, für unser aller Freiheit zu kämpfen endlich wie es sich gehört. Helfen wir Ihnen. Stehen wir zusammen. Machen wir unseren Mund auf! Wir haben alle Möglichkeit dazu! Jetzt!

Mittwoch, 17. Juli 2013

Web: 2 - Markus: 0

Es gibt sie, diese Trends, bei denen zivilisierte Menschen in einem definierten Zeitraum freiwillig auf ein Gutteil ihrer modernen Annehmlichkeiten verzichten, um eine neue Form der inneren Ruhe oder was weiß ich (wieder) zu finden. Ich persönlich gehöre nicht dazu, jedenfalls nicht, wenn es um mein Smartphone geht.

Heute jedoch meinte eben jenes sich in einen sinnlosen Boot Loop verfangen zu müssen, was das zeitweise Aus bedeutete und stand mir infolgedessen spontan nicht zur Verfügung. Nichtsahnend, was auf mich zukommen sollte, ging ich dennoch wagemutig in die Stadt um ein paar Besorgungen zu machen. Und jeder Smartphonebenutzer, zumindest, wenn er Dienste wie Twitter oder Instagram nutzt, der noch immer behauptet, er sei keinesfalls internetsüchtig, sollte mein unfreiwilliges Experiment doch einfach spaßeshalber einmal nachmachen. Aber zieht Euch warm an.

Ich ging zunächst zur Bank, um dort eine analoge Überweisung zu tätigen (Internetbanking konnte ich vergessen, da ich zur Interaktion das Smartphone benötigte). Hocherfreut, dass es so etwas noch zu geben schien, stand ich dennoch vor verschlossenen Türen, denn ich trage natürlich keine Uhr mehr und konnte so - ohne Smartphone - nicht nach der Uhrzeit sehen. Der souveräne Griff an die rechte Hosentasche, dem Gedanken folgend, das gerade Erlebte in einen flockigen Tweet zu verpacken - ging natürlich ins Leere. Es ist ein seltsames Gefühl, einstudierte und automatisierte Bewegungen auszuführen, nur um direkt von Misserfolg gekrönt zu werden. Mich beschlich die Vermutung, dass ich plötzlich die Phantomschmerzen ehemaliger Raucher zumindest zum Teil nachvollziehen konnte.

Na egal. Ich musste ja auch noch zur Post. Da ich ja nicht googlen konnte, ob denn das Postamt jetzt aufhätte, musste ich wohl oder übel zu Fuß dorthin. Da heute mein Glückstag war, war dem natürlich nicht so und ich stand vor geschlossenen Türen - auch hier. Ein unangenehmes und einsames Gefühl des Abgekoppeltseins von sämtlichen nicht in meinem Kopf befindlichen Informationen bemächtigte sich meiner. Eigentlich hätten ich nun telefonieren müssen, denn die Überweisungen, die ich bei mir trug, wollte ich eigentlich dringend für @Konsonaut bei der Post einwerfen. Ging ja logischerweise nicht. Clever dachte ich sofort, dass ich Ihr stattdessen ja eine DM schreiben könnte, und meine Hand schoss los. Schneller, wesentlich schneller, als die  Gedanken meines Restlogikzentrums sie bremsen konnten. Und wieder: Hilflosigkeit.

Frustriert meldete sich nun auch noch mein bislang arg vernachlässigter Magen und verlangte nach Nahrung. Ich beschloss mich zumindest diesbezüglich zu belohnen und machte mich auf zur Currywurstschmiede meines Vertrauens. Auf dem Weg dorthin überquerte ich einen kleinen Platz in der Altstadt, den ich neulich erst auf Foursquare angelegt hatte. Ich hätte nur noch einmal einchecken müssen und wäre Bürgermeister geworden. Diesmal hatte ich meine Hand im Griff, aber ein kleines Schüppchen schaufelte eine weitere Ladung Ohnmacht auf den Frusthaufen.

Bei Henner & Tom angekommen, bestellte ich eine schlichte Pommes, Currywurst mit Chili und setzte mich nach draußen. Mein Blick streifte links und rechts Menschen mit lustigen Endgeräten aller Art und ich versuchte - auch hier musste ich an verzweifelte Raucher denken - meinen Händen eine sinnvolle Tätigkeit zu geben und ordnete Rechnungen in meinem Portemonnaie. Endlich kam mein Essen und ohne zu zögern schoss meine Hand in die Hosentasche, um dieses Meisterwerk der Frittierkunst der Welt via Instagram zugänglich zu machen, oder wenigstens eine kleine Rezension meiner Zufriedenheit auf Foodspotting zu schreiben oder ... ich seufzte laut auf.

Nach einem kurzen Moment der Besinnung, begann ich zu essen. Es war recht lecker und meine Laune besserte sich einmal mehr von Bissen zu Bissen. Ich befand mich ganz offensichtlich mental in einem spannenden Zustand. Ein Gefühl, das einerseits von einer ungewohnten Freiheit geprägt schien, mich andererseits aber auch beinahe eine Art Leere spüren ließ. Es war das seltsame Gefühl, dass man wohl vor dem ganzen Web 2.0 gehabt haben musste. Ich sehe etwas ohne, dass ich es direkt fotografieren muss. Ich habe Gedanken, ohne sie direkt in einem Tweet in die Welt zu blasen - obschon ich sie bereits automatisch 140-Zeichen gerecht portioniert hatte. Und plötzlich in einem kurzen schwachen Moment, der der Blutleere im Kopf aufgrund des Verdauungsvorganges geschuldet sein musste, dachte ich, wie schön es doch sein konnte, einfach mal mit sich alleine zu sein.

Morgen nehme ich auf jeden Fall mein Tablet mit.

























Nachtrag: Abends erkannte ich dann erst so richtig die Dimension meiner Twittersucht:
















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Donnerstag, 11. Juli 2013

Projekt: 2.000 für das Leben!

Ich habe lange, sehr lange überlegt, ob ich es machen soll. Zu oft habe ich die Trolle im Netz gesehen und selbst gespürt, wo immer jemand einfach helfen will. Aber die Zeit läuft und läuft und irgendwann ist es einfach zu spät, sich die Frage zu stellen, ob man es hätte machen sollen. Denn es geht hier um Leben oder Sterben.

Also stelle ich die simple Frage jetzt an Euch:

Seid Ihr bereit für meine Absolution 1,- € für das Leben von Aurela zu spenden? 

Wer ist Aurela?

Viele von Euch werden bereits im Bilde sein, angestoßen und mit unglaublicher Energie von @ulf_der_freak betrieben, hat das Projekt www.aurela-darf-nicht-sterben.de zum Ziel, der kleinen, 2-Jahre alten kosovarischen und an Blutkrebs erkrankten Aurela mit einer Knochenmarkspende und der dazu nötigen Operation das Leben zu retten. Aurela ist Ulf persönlich bekannt und ohne dass ich das Kind kenne, möchte ich - und viele, viele weitere Twitterer, Blogger und Facebookler Ulf helfen, dass Aurela eine Zukunft hat. Weil ich Ulf kenne, ihn mag und ihm vertraue. Klickt auf den Link und Ihr werdet alle Einzelheiten erfahren über Aurela, Ihre Familie und das von World Life Vision unterstützte Projekt. Benötigt wird je nach Behandlungsort die perverse Summe von 80.000 - 250.000 Euro.

Warum denn ausgerechnet Absolution? 

Auf Twitter und sonst wo im Netz kennt man mich als @derherrgott. Dieser Name verpflichtet, gibt einem aber auch gewisse Möglichkeiten. Ich möchte hier nun eine der klassischen Möglichkeiten dazu nutzen, Euch ein Geschäft vorzuschlagen. Ihr könnt nein sagen, das hier ist keinerlei Verpflichtung oder Zwang. Allerdings ist das, was ich von Euch verlange, eine solche Lächerlichkeit, selbst, wenn Ihr nicht reich oder begütert seid, dass Ihr wiederum eigentlich doch nicht nein sagen könnt.

Die Idee ...

... ist simpel. Im Grunde ist das hier nichts anderes als Crowdfunding - nur wichtiger und folgenschwerer. Ich habe 2000+ Follower auf Twitter. Wenn jeder nun hingeht und einen einzigen Euro spendet, wäre das 2000 €. Fertig. Das heißt natürlich nicht, dass nicht auch jeder Facebook-User oder Google+ Anwender herzlichst aufgerufen ist, mitzumachen.

Das reicht doch eh nicht

Natürlich kann jeder gerne mehr spenden, 2 €, 5 € oder eine beliebige Summe. Soviel er/sie/es eben kann, möchte oder darf. Ab darum geht es nicht. Hier geht es schlicht darum, dass wir es als gottverdammte, schwarmintelligente Community, die wir gerade auf Twitter doch immer so gerne sein wollen, das schaffen können, was ein einzelner nicht unbedingt kann und unsere Macht bündeln und für etwas Gutes einsetzen können. Und 1,- € kann sich jeder leisten, behaupte ich. In Zeiten, da Ein-Euro-Shops das Stadtbild bestimmen, 1 Euro in keiner Parkuhr mehr das Knöllchen verhindert und 1 Kugel Eis 70 Cent kostet, kann es kein Problem sein, einen einzigen Taler für etwas sinnvolles zu geben, wie ein Menschenleben zu retten.

Da macht doch eh nicht jeder mit!

Ich weiß, dass nicht alle 2000 Follower mitmachen werden, und selbst wenn würden es ja "nur" 2000 Euro werden. Das ist auch absolut in Ordnung, aber wenn Ihr alle, die Ihr eine Ader für das Gute im Menschen habt, die Aktion retweetet, teilt, postet, in die Welt jagt, verspreche ich mir davon, dass vielleicht doch noch Menschen davon erfahren, denen es möglich ist, dieses Projekt weiter voran zu bringen.
Der aktuelle Spendenstand liegt übrigens bei 14.563 € (Stand 23.6.2013).

Vorbehalte ... 

... gegen derlei Aktionen gibt es mannigfaltige. Daher möchte ich Euch zum Beispiel bitten - um direkt ein paar Trollen den Wind aus den Segeln zu nehmen - den 1 € nicht auf mein Konto, sondern auf das offizielle Spendenkonto zu überweisen:

Spendenkonto
World Life Vision e. V.
Kontonr. 4740084
BLZ 830 654 10
Bank: Deutsche Skatbank

Unter Verwendung des Stichworts: Aurela
DIREKTLINK zur Spendenseite


Es ist mir egal ...

... wer von Euch was gespendet hat oder nicht. Ich möchte das weder wissen, noch hat das Einfluss auf Eure Absolution. Es wird auch keine Blogliste geben, mit Spendernamen. Wer an Vergebung im göttlichen Sinne glaubt, benötigte schließlich noch niemals einen Beweis! Seid Euch sicher, dass ich allen, die bei diesem Projekt helfen, freundschaftlich gewogen bin. Hier geht es ausschließlich darum, Aurela zu helfen. Nicht um Profilierungen irgendeiner Art.

Und nun bitte ich Euch ...

... macht mit, spendet 1 Euro und verbreitet diese Nachricht in alle Eure Timelines. Das ist der einzige Trick an dieser Aktion. Vielleicht können wir das Ergebnis multiplizieren, wenn es eben nicht nur "meine 2000" erfahren, sondern auch Menschen in Euren Timelines, auf Facebook, auf Google+, auf Xing, LinkedIn, Pinterest, Tumblr und sonst wo. Machen wir doch mal im Wortsinne dieses Social Media.

Wer sich belästigt oder unter Druck gesetzt fühlt, macht einfach nicht mit, so einfach ist das. Ich werde es nie erfahren und alles bleibt wie es ist. Es wäre aber ein Traum, wenn wir hier ein Zeichen setzen könnten.

Ich danke Euch von ganzem Herzen,

Euer Markus.
Bitte RT, Reblog, Teilen, Repost



Alle Infos, alle Antworten auf: http://de.worldlifevision.org/index.php/WLV2012-1002
FACEBOOK-Seite: https://www.facebook.com/aurela.darf.nicht.sterben


 

Dienstag, 9. Juli 2013

Deutschland - aus großer Kraft, folgt große Verantwortung

Es ist kein leichtes Thema, doch ein recht hintergründiger und schlauer Kommentar im SPIEGEL hat es kürzlich auf den Punkt gebracht. Das, was einige liberale amerikanische, und sogar britische Stimmen, schon seit einigen Jahren fordern. Fernab jeden Hurrapateiotismusses, muss eine wie auch immer demnächst zusammen gesetzte Bundesregierung endlich begreifen, dass wir in Europa inzwischen die Position des Motors durchaus übernommen haben. Ob wir es wollen oder nicht. Mit Frankreich oder ohne. Und das bedeutet nicht Macht, das bedeutet Verantwortung. Hätte Angela Merkel - die hier allerdings nur stellvertretend den Kopf hinhalten muss - ihren Spiderman gelernt, wüsste sie es: aus großer Kraft folgt große Verantwortung.

Der Nachkriegs-Deutsche an sich hat ja nun einmal den grundsätzlichen Vorbehalt gegen jedwede Führerschaft verinnerlicht, weil er stets das Extreme hinter seinen eigenen Taten vermutet, ganz so, als traue er sich selber nicht so ganz über den Weg. Die Geschichte hat uns zudem gelernt, dass dies nicht in Gänze falsch wäre. Doch hat die Urkatastrophe des 3. Reichs ihr Erbgut hinterlassen und dazu beigetragen, ein gesundes Misstrauen gegenüber jeder faschistischen Idee zu säen. Und das, mit Ausnahme der desolat verblödeten Gestrigen, in der gesamten Breite der Gesellschaft.

Keine der demokratischen Parteien würde auch nur den ernsthaften Ausflug in wirklich braune Gefilde wagen, abgesehen von ein paar versprengten Vollpfosten (danke lieber Duden) , zumeist in Reihen der bayerischen Christsozialen. Dazu haben wir ein zu gutes journalistisches Netz und einen zu breiten gesellschaftlichen Konsens, der trotz aller Unkerei sehr demokratisch und im Sinne des Willens nach freier Meinungsfreiheit ausgerichtet ist.

Wir haben Probleme. Alle haben Probleme. Sei es wirtschaftlicher Natur, sei es daraus gefolgert die Arbeitslosigkeit, sei es der scheinbar unaufhaltsame Klimawandel, sei es die Abkehr demokratischer Bastionen von der Idee der Freiheit und der Bürgerrechte. Wir haben, Deutschland hat, aber auch Gewicht. Unsere Wirtschaft floriert, unsere Technik ist nach wie vor führend, uns geht es vergleichsweise gut, wir vollführen mal eben und für uns selber überraschend schnell den Energiewandel und zudem ist unser Gesellschaft durch und durch demokratisch geprägt, was sogar die USA, als die einstmaligen Experten auf diesem Gebiet verwundert.

Das Ziehkind ist erwachsen geworden. Und mehr noch, es hat aus seiner Kindheit - und noch weitaus mehr aus seiner davor so schändlichen Geschichte - gelernt. Jetzt ist es Zeit Verantwortung zu übernehmen und sich nicht mehr hinter seiner Angst vor sich selber zu verstecken. Deutschland hat bereits eine globale Führungsrolle, es ist an der Zeit, diese zu akzeptieren und auszuüben. Nicht wie früher als Eroberer, sondern als Vorreiter. Und zwar in Sachen Ökonomie, Ökologie, Menschenrechte und Presse-, sowie Meinungsfreiheit.

Die Regierung muss endlich Stellung beziehen zu Themen wie Guantanamo, Prism, Syrien, der Türkei, Ägypten, der Weltklimakonferenz, Putins Verständnis von Pressefreiheit, undundund. Und mehr noch, sie muss Forderungen stellen. Weil sie es kann. Fangen wir doch endlich mal an den Kopf aus unserem Wohlfühlsand zu nehmen und das Gewicht zu nutzen, das wir inzwischen erlangt haben.

Das schulden wir der Welt, nicht das beharrliche Kopfeinziehen.

Mittwoch, 3. Juli 2013

Anspruchsdenken

Und jederzeit, die ihr gewillt seid das Schlimmste zu denken, schmeiße ich Euch eine Option zu Füßen, die Euren eigenen Ansprüchen, diesen den Dolch ins Herz zu stoßen, gerecht wird.

Denkt es zu Ende

Wahr ist, was wahr ist.

Die funkelnden Sterne brachten es bereits vor Jahren auf eine wählbare Formel,  und an Gültigkeit nachgelassen hat inzwischen nur - aufgrund ihrer Brisanz - die Wählbarkeit.

In sich eine dumme Sache, brilliert doch der Wahrheitsgedanke, in arg selbstverständlichem Manierismus, leuchtend gegenüber der tumb zur Schau gestellten Gegenständlichkeit.

Denkt es zu Ende.