Liebe Werbeinteressierten, liebe Werbeinvolvierten, liebe Werbeverwirrten. Ich möchte Euch heute in einfachen und plastischen Worten erklären, was ein Pitch ist.

Geht einfach mal zu ALDI, EDEKA und real,- in die Weinabteilung. Hier sucht Ihr Euch - ganz nach Eurem Gusto - alle Euch angenehm auffallenden Spätburgunder, Rieslinge oder auch Müller-Thurgaus aus, lasst sie Euch, so Ihr des Personals dazu fündig werdet, zunächst ausgiebigst präsentieren, hernach einpacken, am Besten aber liefern.

Ohne zu zahlen versteht sich. Dann verkostet Ihr alle Weine in angenehmer Atmosphäre und im Kreise Euch genehmer Gäste und vergleicht sie in aller Ruhe und Entspanntheit.

Seid Ihr Euch nach der ersten Verkostungsrunde noch uneins, lasst Ihr Euch einfach noch einmal alle Sorten, und eventuell zusätzliche Kandidaten kostenlos ins Haus liefern und versucht erneut.

Der Wein, der Euch schließlich am Allerbesten mundet hat gewonnen und wird - wenn Ihr nun überhaupt noch Durst habt - geordert. Natürlich aber erst nach gründlichen Verhandlungen über einen großzügigen Preisnachlass. Schließlich könntet Ihr den Gewinnerwein ja auch jederzeit bei einem anderen Geschäft nach ordern.

Das, meine Lieben, das ist ein Pitch.
Immer gerne, Euer M. G. Sänger

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Nichts ist so einfach und zugleich so genial, wie ein Band zu gründen.

Man benötigt kein Kapital, man muss nichts unterschreiben, man braucht keine Mindestanzahl an Mitgliedern. Man sagt einfach: "Wir sind jetzt eine Band!", und dann ist das einfach so. Niemand kann einem sagen, nee, ätsch, stimmt nicht, da ist diese oder jene Voraussetzung nicht erfüllt. Völlig egal, keiner kann einem etwas, man muss sich nirgendwo melden oder entgeltlich eintragen lassen.

Man existiert einfach ab genau jenem Zeitpunkt, da man postuliert "Wir sind eine Band!" Man muss nicht einmal ein Instrument spielen können oder eine schwierige Prüfung ablegen. Man braucht keine Fürsprecher oder gar jemanden der für einen bürgt. Kein Vitamin B der Welt ist nötig um seine bloße Existenz als Band zu beschließen.

Und genauso verhält es sich mit der Auflösung einer Band. Kein Veto, keine Umfrage, keine Meinung kann verhindern, dass eine Band sich auflöst, wenn sie das will. Vielleicht ist eine Band eines der wenigen, realen Konstrukte, welches in seinem existenziellen Wesen wirklich autark - ja frei - ist. Nur die Band alleine entscheidet über ihre eigene Existenz oder Nichtexistenz.

Sogar eine Auflösung kann zurückgenommen werden, wenn die Bandmitglieder es so wollen. Im Grunde kann man sich als Band jeden Morgen um 8 Uhr gründen und abends wieder auflösen. Völlig folgenlos. Einfach nur weil man es kann.

Wenn Ihr frei sein wollt - gründet eine Band!


Es ist wieder aufgetaucht, das 1993er LUZIFER SAM Demo-Tape "A FAILED EFFORT TO PUTSCH" mit den vier Songs "Time And Again", "Alice Dee", "Dark Substance" und "Disfigured Age". Alle Songs fanden 1995 neu aufgenommen mit unserem Produzenten Axel Ritt den Weg auf unser erstes Studio-Album "ALICE DEE", welches dann bei Humbucker Music/Semaphore erschien.
Die A-Seite des Demo-Tapes haben wir im Sommer 1993 bei ziemlicher Hitze in den Hagener Banana-Studios aufgenommen, produziert hat uns damals der Studio-Chef Haan Plattke. Die Songs "Dark Substance" und "Disfigured Age" waren Reaktionen auf die damaligen fremdenfeindlichen Ausschreitungen in Deutschland und nahmen thematisch ein wenig die spätere textliche Ausrichtung von PORTER vorweg.
Die Songs des ersten Demos waren im Grunde bereits die Blaupause für den Sound und das Songwriting der ersten Hälfte unseres Bestehens. Die frühen Jahre eben. Ähnlich verhält es sich mit dem zweiten Demo "SHIVER" von 1994. Hier war LUZIFER SAM noch ein Quartett, da Till erst 1994 zu uns stieß und Holger vom Bass befreite.
Ich liebe diese Songs nach wie vor, auch jenseits von Sentimentalität, für ihren Eigensinn und den latenten Hang zum Wahnsinn. Wir hatten noch nicht das professionelle Gespür für Songwriting oder eine Form, wie wir zu klingen haben, sondern haben einfach gemacht. Im Grunde wussten wir damals immer nur, was wir nicht wollen - daran hat sich im Grunde bis heute nicht viel geändert.
Nach den wirklichen Anfängen im Keller meiner Eltern mit VANISHING LINE (bereits mit Holger, unserem späteren LS-Sänger) und den für meine musikalische Entwicklung absolut essenziellen FRIDAY IS SCRAPPED, war LUZIFER SAM die Band, die mir gezeigt hat, dass ein Leben ohne aktives Musikmachen keine Option ist. Dabei hilt einem allerdings auch extrem, wenn man Freunde um sich hat, die das genau so sehen.
Ich darf nun bereits seit über 25 Jahren Musik mit Lars und Frank machen, das alleine ist schon bemerkenswert. Und dass wir es heute immer noch so engagiert und mit Herzblut machen, ist nicht zuletzt auch ein Verdienst unserer gemeinsamen Zeit mit LUZIFERS AM in den 90ern. 
LUZIFER SAM - die Demos – JETZT AUF SOUNDCLOUD ANHÖREN:
Außerdem erschienen und bei Spotify zu hören:
Die CDs "Alice Dee" (1995) und "Luzidity" (1997) bei Humbucker Music/Semaphore.

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Weitere Artikel zu LUZIFER SAM:
LUZIFER SAM - die Chronik, Teil I
Wikipedia

Vergleiche hinken oft. Sagt man. Aber hat man jemals einen hinkenden Vergleich gesehen?
Ich vergleiche durchaus oft und gerne. Allerdings niemals in der Absicht etwas besser oder schlechter zu finden, sondern um die Unterschiede zu erkennen, die bei aller Gleichheit oft zu Tage kommen. Denn die mag ich auch sehr, die Unterschiede. Im Grunde sind sie es, die das Leben spannend machen.
Man kann sogar Unterschiede vergleichen. Wenn man will. Beim Vergleichen der Unterschiede kommt man ganz schnell auf Klischees und Vorurteile und Klischees, die Vorurteile bestätigen, bzw. auslösen. Klischees und Vorurteile mag ich übrigens auch. Aber auch hier geht es wieder nicht darum, die eigenen Vorurteile bestätigt zu bekommen, um sich selber besser zu fühlen, sondern darum, etwas besser verstehen zu können.
Wahrscheinlich geht es doch immer nur ums Verstehen. Und wenn man dann auch noch beim Vergleichen versteht, dass man selber eine Ansammlung von Klischees darstellt, für sich selbst und für andere, dann möchte man dem Vergleich sogleich den Arm reichen.
Denn hinken sollte er nicht müssen der Vergleich, sondern aufrecht schreiten.


Ich pflege seit Jahren einen kleinen Hashtag auf Twitter mit dem Namen #DieWichtigenTexte. Hier finden sich kurze Textauszüge aus meinem Empfinden nach überragenden Texten großartiger Bands. Oftmals - nicht immer - mit entsprechenden Links zur Musik. Oftmals - nicht immer - sind dies deutsche Texte, oftmals - nicht immer - von Bands mit einem Punk- oder Hardcorehintergrund. Hier schlummern so oft ungeahnte lyrische Perlen die oftmals - nicht immer - verzweifelt oder wütend, eben voller Emotion heraus geschrien werden. 

Heute möchte ich einfach mal eine lange Version von #DieWichtigenTexte verbloggen, weil die wundervollen und zu Recht von so vielen geliebten Turbostaat hier einmal mehr wahre Lyrik vertonen und ohnehin mit eben jenem Recht Dauergäste in der kleinen Rubrik sind.

Liebe für diese Jungs!


TURBOSTAAT – "DIE ARSCHGESICHTER"

,, Mach's gut, du Sack!" Sie küsste ihn zum Abschied
Drei Tränen noch, dann ist es auch vorbei
Aus Langeweile drosch sie auf die Beine
Heimat ist das Grau in seinem Herz,, Wind Lee Luv", sie stotterte auf einmal
Die Arschgesichter lachten sie noch aus
Sie glaubte fast sie könnte es verstehen
Das Mittelalter bricht da wieder durch

Und sie stochern blöd im Herzen
Als wenn da noch etwas wäre
Außer Gift
und jener Schmerz
Das ist alles

Man führte Krieg in aller Herren Länder
Grinst einer schief, heulte man laut auf
Im Scherenschnitt glänzt unsere Fassade
Es nähert sich etwas durch die Nacht

In Reih und Glied, gekämmt und gestriegelt
Die Arschgesichter pflanzen sich auch fort
Am Ende steht kursiv auf ihren Gräbern
Reichtum ist der Schlüssel zum Erfolg

Und sie stochern blöd im Gestern
Als wenn da noch etwas wäre
Außer Leere und jener Schmerz
Das ist alles

Ich bin so müde vom Schlafen
Und glücklich vom Heulen
Und Galle wütet weiter in meinem Bauch
Vielleicht gibt es ja zur Bratwurst
Noch Backpfeifensalat
Ihr Arschgeigen!
Gib
Nie
Auf!
Mein Spiegel und die Kinder schreien es laut
Gebt
Nie
Auf!

Ich brauch euch!
Ich bin zu müde vom Schlafen
Und glücklich vom Heulen
Und Galle wütet weiter in meinem Bauch
Vielleicht gibt es ja zur Bratwurst
Noch Backpfeifensalat
Ihr Arschgeigen!

Und sie stochern blöd im Schädel
Als wenn da noch was wäre
Außer Unsinn und dieser Schmerz
Das ist alles
Hinter Norderstraßen stehen diese Gräber
Jährlich und entrückt man dann davor
Am Ende saufen alle dann am Hafen
Ihr Heulen geht schon unter im Applaus

Am Besten genießt Ihr den Text während Ihr HIER dem Original von TURBOSTAAT lauscht. Jan Windmeier gibt Marten Ebsens Texte einfach wieder wie kein Zweiter.
Turbostaat waren, sind und werden immer sein: Jan Winmeier, Rollo Santos, Tobert Knopp, Peter Carstens, und Marten Ebsen
(Foto von Horni von der Turbostaat-Website)

Die Empfindsamen, die Aufrechten, die Denkenden, die Kreativen und die Wütenden - unterschiedlich in Stilmittel, Intensität oder Ausdruck. Aber sie alle eint, dass sie auf der richtigen, weil menschlichen Seite stehen (und die ist dieser Tage nicht die rechte Seite). Sie alle eint, dass sie ihre Kunst nicht um der Kunst willen machen und schon gar nicht für Reichtum.
Sie alle eint, dass sie Stellung beziehen - etwas das dieser Tage jeder von uns tun kann, tun muss, um nicht eines Tages wie der berühmte Ochs vorm Berg zu stehen, wenn einen die Kinder danach fragen: "Warum habt Ihr nichts gemacht?" Es gibt derzeit so unsagbar viele großartige deutsche Bands, die mit Herzblut bei der Sache sind
und etwas zu sagen haben. Und Ihr hört allen Ernstes Helene Fischer und 50 Cent?
Ich verneige mich vor der Wortgewalt der Subkultur (wenn Ihr mögt, hört rein):

Adam Angst "Splitter von Granaten" Putin rennt durch Wälder und killt Bären zum Vergnügen
und gibt grünes Licht, um Homosexuelle zu verprügeln.
Gesetze werden über Nacht erlassen und diktiert,
doch die NPD zu verbieten ist sehr kompliziert.


GWLT "Die Grundmauern der Furcht" Oder kein Ausweis, eine Gefahr. Er passt nicht rein, in den
reinlichen Staat, passt nicht rein, nicht in das was ich mag soll er heim, auch wenn es keines gibt, Fucker schieb ab! Weil es bevor du hier warst noch keinen Krieg gab. Ich glaub alles was der Stammtisch sagt.

Sie haben uns aufgeteilt in Länder, in Klassen und Kulturen.
Jetzt kämpfen wir gegeneinander und wissen nicht, wofür.
So lang wir weiter glauben, dass wir verschieden sind, bleiben wir ihre Sklaven.
Wir brauchen diese Schutzhaft nicht.

Und die schlimmste Frage von allen:
Dürfen die das? Sich einfach so vermehren?
Ihr Weltbild etablier`n? Unterm imaginären Hakenkreuz? Und die andere Frage: Willst Du die Welt den Wixern überlassen? Bist Du jetzt bereit? Ich frag Dich: Bist du jetzt bereit?

Weißt du es sind Leichen
Stehen rum und frieren
Viele sind gespalten
Teile gibts nicht mehr
Glaub nicht an die Menschen
Arme oder Reich
Die meisten sind Verlierer
Sie können nicht dafür

Hat alles vorher nichts gebracht?
Dann zieh Dich hoch am Fahnenmast.
Woanders hat's auch funktioniert,
Frankfurter Klöpse, unrasiert.
Wald und Wiesen, Berg und Tal,
Allen vier seid ihr egal.
Weil Dummheit dann gefährlich ist,
Wenn sie für Dich von Heimat spricht.


Frei zu sein bedeutet, Freiheit zu schenken. Die Beine nie zu schwer, um auch dafür zu kämpfen. Frei zu sein bedeutet, Freiheit zu schenken. Kein Kopf in den Sand, kein Stolz keinem Land. Bleibt stehen, trotzt der braunen Pest um Kopf und Kragen. Wer, wenn denn nicht wir?
Es gibt einen Weg zu gehen, und der heißt: Niemals dran vorbei. Wir sind uns einig, dass ich euch hier keinen Meter weichen werde. Auf zwei von denen kommen zehn von uns.

Und dann schielt Ihr mal weder auf meine Hand
Und ich soll mit Euch geh`n
Was Ihr wirklich glaubt, was Ihr wirklich denkt,
Ha`m wir in Dessau geseh`n.


Ich kann`s nur empfehlen, hören müsst Ihr`s selbst.


Musik als Energie- und Lebensspender.


Es gibt diese Platten (CDs, Files ... wie Ihr mögt) die einen immer und immer und immer und immer wieder fesseln. Für mich als großen Freund neuen deutschen Punks und Hardcores der intelligenten Spielart mit wundervollen, durchdachten, emotionalen, wichtigen Texten muss an dieser Stelle definitiv die fabulösen duesenjaeger mit dem famosen Album "Las Palmas O.K." anbringen.

Die wunderbar zitierfähigen Zeilen gegen rechts wie "Willst Du die Welt den Wichsern überlassen?" oder der verzweifelte Schrei am Ende des Songs "Ich will doch nur ganz allein sein!" begleiten mich nun schon über 10 Jahre. Die Jungs haben für alle Aufrechten und Guten immer einen lyrischen Arm, der jedem aufhilft, der ins Straucheln geraten ist und für alle rassistischen Kleingeister den beißenden Spott, den sie verdienen.

Ich zitiere die Wikipedia:
"Die Band gilt als prägend für einen bestimmten Sound im deutschsprachigen Punkbereich: melancholisch, aber immer treibend, wütend, aber nicht parolenhaft die Texte, oft abstrakt formuliert, aber manchmal sehr einfach und treffend. Die beiden Standbeine der Musik sind die grundlegende Dramatik oder Lethargie auf der einen Seite und der Trotz und der Wille zum weitermachen und verändern auf der anderen."




Alles sowas von zutreffend. Der postpunkige Sound hämmert einem die Emotionen immer wieder neu ins Kleinhirn und lässt einen einfach genau dann immer weiter machen, wenn man ansonsten lieber zusammen brechen möchte. Solche Künstler braucht die Welt - auch wenn sie niemals reich und berühmt werden. Haltet durch!


Ich darf hier die ebenso wundervollen PASCOW zitieren: DANKE DUESENJAGER!


















Jeder einzelne feige Anschlag (und Anschläge sind immer feige) auf eine Asylbewerberunterkunft ist ein Anschlag auf unsere Gesellschaft. Geboren aus der gefährlichen Gemengelage zwischen angeborener Dummheit, unterlassener Bildung, selbstverschuldetem Desinteresse.

Jede populistische Rede, gerichtet an den rechten Rand der Gesellschaft, ist ein Anschlag auf unsere Demokratie. Geboren aus dem Machthunger skrupelloser Brandstifter, genährt von der Dummheit der geistig Kleinen und Mitleidlosen, die sich schon immer einredeten (und einreden ließen), sie würden - natürlich unverschuldet - zu kurz kommen. Ihnen würde "etwas" zustehen aufgrund ihrer Herkunft.

Jeder seit Jahren verkappt schlafende, und nun im Feuerschutz des stumpfen Hasses aufschleimende "Ich bin kein ... aber"-Bürger, ist ein Ausdruck diffuser Xenophobie, zusammen gesetzt aus den Bausteinen persönlicher Minderwertigkeitsgefühle und fremdgeschürter Angst im Namen einer todgehofften völkischen Ansicht, dass es Menschen auf diesem Planeten gäbe, die mehr wert sind als andere und gegen die es sich zu schützen gelte. Nicht weil diese Schlimmes täten. Nein. Einfach weil sie anders sind als man selbst (was wenn man eh scheiße ist, natürlich nur zum Vorteil gereichen kann).

Wenn ein Björn "Bernd" Höcke (dessen Großeltern übrigens ironischerweise Vertriebene waren) von "seinem" Land redet, weiß man nicht wirklich von welchem Land er da fabuliert. Lummerland, Teletubbyland, das Land der dichten Henker? Mein Land, unser Land, dieses Land ist "sein Land" auf jeden Fall nicht. Er hat (abgesehen von sonstigen Defiziten und der geifernden Aussicht auf ein kleines Bisschen Macht) Angst. Angst vor der Mehrheit der Menschen dieses Landes und vor allen Menschen dieser Welt, die anders sind als er (Glückes Geschick, sind dies die allermeisten) sowieso, und verleiht diesem seinem bitterherzigen Wesen peinlichsten Ausdruck mit seinem kehligen Stimmchen, umjubelt von jenen, die endlich auch mal "das wird man doch wohl noch sagen dürfen" sagen möchten. Meistens ist es etwas Erfundenes (sie nennen das die Wahrheit), etwas Negatives (sie denken, dass es Deutschland retten wird .. wovor nochmal?), etwas Böses (sie nennen das ... nein, so viele Worte können sie sich nun wirklich nicht merken).

Ihr, die Ihr selbstherrlich herabschaut auf andere Ethnien; Ihr, die Ihr die Selbstreflexion eines Amöbchens habt; Ihr, die Ihr uns alle Volksverräter nennt, die wir nicht in brauner Bettwäsche schlafen; Ihr die Ihr in einem freien Land lebt, dies aber nicht einmal im Ansatz ertragen könnt; Ihr, die Ihr eine Presse beschimpft, die Eure Bürgerrechte verteidigt; Ihr, die Ihr vor 71 Jahren hättet aussterben müssen, zusammen mit Eurer durchgeknallten Wichsvorlage; WIR haben dennoch etwas gemeinsam:

Eure Dummheit jagt Euch Angst ein. Eure Dummheit jagt uns Angst ein.


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«Rassismus ist das Übel unserer Welt. Nazi sein bedeutet, dass du verloren hast, bevor du anfängst. Du kannst nicht gewinnen. Du bist nur dumm.»
Lemmy Kilmister





Im Grunde muss es einmal eine Zeit gegeben haben, da jener bewundert wurde, der etwas besonderes konnte, eine Fähigkeit besaß, die andere nicht hatten. Aufgrund der Notwendigkeit des Unbills täglichen Überlebens, waren dies zumeist praktische Fähigkeiten. Jagen, Fischen, Dinge herstellen, die Gemeinschaft beschützen. Exakt diese Dinge sind heutzutage entweder automatisiert und somit anonymisiert, oder aber gesellschaftlich völlig ohne Anerkennung. 

Es ist offensichtlich, wer den Ruhm und die bewundernde Aufmerksamkeit erntet in dieser Gesellschaft. Politiker, trotz ihrer enormen Verantwortung sind es definitiv nicht, es sei denn, sie haben Sprachfehler oder sonstige Verhaltensauffälligkeiten und haben das Zeug zum unterhaltsamen Clown in Talkshows für ansonsten untätige Sofadebile. Wissenschaftler? Vielleicht ein wenig, in so fern ihr Schaffensgebiet zur Sensation taugt. Interplanetare Phänomene sollten aber schon dazu gehören. 

In der Prä-Internetphase standen Künstler jeglicher Ausprägung am obersten Ende der Nahrungskette aller Anbetung. Seit dem Untergang des Gebühren-Fernsehens und dem Aufkommen von Prekariats-TV, Youtube und Selbstdarstellungsmedien aller Art, fällt beinahe sämtliche mediale Aufmerksamkeit auf völlig Verblödete, tumbe Nichtskönner, oder universale "Tutoren", die einer scheinbar in der Tat multipel unbegabten Zuklickerschaft, die simplen Dinge der realen Welt derart unterhaltsam erklären - Muhahahar - dass sie, die sie annähernd, wissen wie eine Kaffeemaschine oder ein Staubsauger funktioniert, die Dorfgelehrten früherer Zeiten zeitgemäß ersetzen. 

Aber bei aller Annehmlichkeit des von uns sogenannten modernen Lebens, vergessen wir alle stets jene Berufe, die ganz unglamourös, ihre Arbeit verrichten. Die Menschen, die uns überhaupt erlauben modern zu sein. Die unsere Klos konzipieren, die unsere Handies zusammen löten, die unseren mannigfaltigen Müll wegräumen, die uns transportieren, die uns pflegen wenn es niemand sonst mehr tut, die uns uns mobil wähnen lassen, die uns rund um die Uhr verköstigen, die die Dinge herstellen, für die wir uns alle so feiern. Günther Jauch lädt Handwerker allenfalls als Zaungast ein, wenn er einmal einen normalen Menschen vorführen muss. Straßen werden nicht nach dem Koch der Pizzeria um die Ecke benannt. Und Taxifahrer werden wohl kaum die Ehrenbürgerschaft einer Stadt bekommen. Der Bauer darf unsere Gemüseauswahl bereichern, aber wie er heißt, ist uns herzlich egal. Und den Maurer, der uns die schicken glatten Wände ins Bad putzt, prellen wir am besten noch um seinen Lohn, wegen Pfusch am Bau. 

Wir sind keine Leistungsgesellschaft mehr, schon lange nicht. Was gefeiert wird, ist das Banale. Wir krönen den Dümmsten der Doofen zum König der Unbedarften und setzen ihm die mediale Krone aus flimmernden Flatscreens auf. In die Höhe gereckte Daumen beweisen seine Regentschaft und auf dem Höhepunkt seines Ruhms machen wir ihn zum Helden einer sterbenden Fernsehsendung und lachen ihn aus bis er stirbt. 

Im Grunde muss es mal eine Zeit gegeben haben, da jener bewundert wurde, der etwas besonderes konnte. 




Und ist unser Haus auch noch so wundervoll,
perfekt und heimelig, immer wohl,
niemals wird uns das Material ausgehen,
niemals werden wir die Füße einfach so hochlegen,
ohne den Versuch es zu verbessern.
  Niemals wird die Hülle, die wir sind, vollendet sein. 
  Und sollte das Bild auch noch so fertig erscheinen,
  Zufriedenheit würde den Tod bedeuten,
  obschon es ihn nicht aufhalten wird.
Zu keiner Zeit werden wir ruhigen Gewissens ruhen können, 
gewiss der Abgeschlossenheit unseres Tuns.
  Das Letzte, dessen wir gewahr sein werden,
  ein schales Gefühl, nicht fertig geworden zu sein,
  es nicht vollendet zu haben.






Und hier noch der passende Song mit den richtigen Fragen und Feststellungen von den fabulösen duesenjaeger "Leinen los, bereit Matrose?"