Es sind stets die im Wortsinn bösen Menschen, die den Fortschritt der Menschheit durch ihren Missbrauch von modernen, friedlich zu nutzenden Technologien behindern, zurückwerfen und pervertieren.

Das gilt in dem selben Maße für Staatenlenker, die sich im Namen der Sicherheit die Angst der Bevölkerung zu nutze machen, um ihre persönliche Macht auszubauen, zu festigen, gar auf ihr Leben bezogen „ewig“ zu zementieren, wie auch gleichermaßen für Kleinkriminelle oder gescheiterte und schwache Menschen, die sich daher in Gruppen gleichgesinnter Feiglinge zusammen schließen und als Terroristen verdingen, um friedliebende Menschen leidvoll spüren zu lassen, dass die Welt so nicht hätte mit ihnen umgehen dürfen. In beiden Fällen ist es die Dummheit – für die in erster Linie wohl niemand etwas kann, der man aber entgegen treten muss – manifestiert in so unterschiedlichen Ausprägungen wie Egoismus, Hass, Neid, Angst oder einfach Raffgier, die seit Menschengedenken den Frieden nicht nur stört, sondern nachhaltig verhindert. Von der Entdeckung des Feuers, über die Dampfmaschine bis hin zur Hightech-Drohne. Keine Erfindung, keine Errungenschaft, nicht einmal ein Spielzeug, das nicht irgendwann von irgendjemandem, der mit einem der zuvor erwähnten Mankos ausgestattet ist, zu seinem vermeidlichen Vorteil gegen andere pervertiert wird.

Ich habe dennoch Hoffnung. Ich muss verrückt sein.   





Glück. Es ist relativ bescheuert über Glück zu schreiben, wenn man glücklich ist. Ähnlich idiotisch ist es nur, über Glück zu schreiben, wenn man unglücklich ist. Bleibt die scheinbar stets sinnfreie Frage, was ist Glück und wann verdammt noch mal ist denn nun der richtige Zeitpunkt, sich seiner Gedanken über Glück bewusst zu werden und diese zu äußern.

Ich glaube, die meisten Blogposts habe ich stets dann geschrieben, wenn ich mich einem starken Gefühl ausgesetzt sah, dass ich ganz allein für mich verarbeiten musste, um es zu verstehen, es zu ertragen. Sei es – und das scheint des Öfteren vorzukommen – absolute Verärgerung über die ein oder andere Ungerechtigkeit, im Politischen wie im Privaten, oder aber – und auch das verspüre ich zum Glück ähnlich oft – eine tiefsitzende Liebe zu Menschen, Musik, Situationen, ja sogar zu Landschaften.

Im Moment ist es halt dieses kurze Wörtchen Glück. Ich fühle mich gerade glücklich. Und das, weil es einem kleinen Menschen, für den ich die volle Verantwortung trage, gut geht, weil er scheinbar und sehr offensichtlich gerade glücklich ist. Ja okay, vielleicht ist auch hier wieder diese „Liebe“ im Spiel. Aber Liebe kann man – so glaube ich – dauerhaft empfinden. Glück eher nicht.   

Glück ist ein kurzes Aufflackern jener Dinge, von denen man, sie hier und da erleben und empfinden zu können, schon immer eine vage Ahnung hatte.

Glück ist scheinbar keine Onanie. Sich selber wirkliches Glück zu verschaffen ist schwer bis unmöglich. Zumindest für mich. Irgendwie gehört es wohl dazu, zu wissen, dass es einem anderen Menschen, oder auch Tier, ich denke auch das geht, gut geht. Das ist ja das Ding mit dem Glück. Man erkennt es, wenn man es sieht, aber man kann es kaum willentlich herbeiführen. Dazu gehören viel zu viele Faktoren, und auch das klingt schon wieder bescheuert technisch, so als gäbe es eine Formel. Nein. Die gibt es nicht.

Es ist nicht nur die Tatsache, dass ich mich – ähnlich wie bei ein paar Blogselbstgesprächen vor zwei Jahren – einmal mehr in fast 1000 Meter Höhe befinde und mangels jeglicher, gelernter und angewöhnter Verbindung zur Außenwelt nur dieses innere Zwiegespräch führen kann.

Es ist viel mehr die Erkenntnis, dass es zum einen nicht viel braucht, um glücklich zu sein. Und zum anderen, ist mir gerade mehr als klar, dass es beim Empfinden, beim Genießen von Glück im Grunde nie um einen selbst geht. Ich bin fest überzeugt davon, dass ein Egoist niemals pures Glück empfinde kann.  Ja gut, vielleicht wünsche ich mir auch ein wenig, und das natürlich in boshafter Absicht, dass all die Egomanen da draußen niemals glücklich werden, mit ihrer „Ich-zuerst-Nummer“. Aber im Grunde – und zum Glück – ist das auch gerade scheißegal.

Ich denke, ich trage – und so simpel ist es vielleicht wirklich – das Erbe meines Vaters in mir, eines Mannes, der auch immer dann am Glücklichsten wirkte, wenn er etwas für seine Lieben tun konnte. Wie oft habe ich als Kind gedacht, „warum macht er das denn jetzt, da davon hat er doch gar nichts.“. Heute weiß ich, doch, er hatte etwas davon. Es machte ihn glücklich. Er war kein reiner Altruist, natürlich nicht. Aber es ging ihm immer dann gut, wenn es uns gut ging. Heute weiß ich, ich bin scheinbar genauso.


Ich bin glücklich. Mehr ist es nicht. Aber es ist viel mehr, als man erwarten darf.


































Der Vorteil von Entschleunigung? Den gibt es eigentlich nur, wenn man ansonsten ständig beschleunigt lebt. Kein Mensch muss abschalten, wenn er niemals angeschaltet war. Genauso macht Vollgas geben nur so richtig Spaß, wenn man sich im Alltag an alle Verkehrsregeln hält. Ausbrechen ist das Stichwort. Ausbrechen aus dem Gewohnten ist immer eine großartige und auch notwendige Erfahrung. Dabei ist es völlig egal, ob man als auf allen Ebenen feuernder Tausendsassa einfach mal die Füße, samt Geist und Hirn hoch legt, oder ob man sich als tranige Tüte eine Stoß gibt, und in irgendeiner Art aktiv wird.

Es ist relativ unspektakulär, wenn ein Hochleistungssportler, der sich sein Leben lang dem intensiven Gebrauch seines Körpers hingegeben hat, nach dem er Tennis, Golf und Marathon durchgespielt hat, auch noch das Downhillfahren für sich entdeckt. Das ist genau das, was alle von ihm und erst recht er selbst von sich erwartet. Ähnlich spannend ist es, wenn der Serienjunkie, der „Game Of Thrones“ neben sämtlichen Folgen von „Big Bang Theorie“ am Stück durchguckt, nun auch noch „World of Warcraft“, Chips und Pizza vernichtend vom Sofa aus erledigt, als wäre es der Marathon des Spitzensportlers.

Langeweile pur ist, sich ständig zu wiederholen. Immer. Für Außenstehende ist dies oft wesentlich schneller zu erkennen, als für einen selbst. Allerdings ist das auch genau die Sicht, die völlig ohne Belang ist. Wer sich für seine eigene Außenwirkung aus Gründen der Reputationssteigerung interessiert, hat bereits verloren. Es ist wie mit politischen Ansichten, wie mit Religion. Extreme sind immer scheiße. Die Regel bestätigenden Ausnahmen findet man in der Kunst oder der Kultur.

Daher lasst den Speedjunkie chillen, den Hänger ausrasten, den Extrovertierten Gedichte schreiben und den Metalfreak wandern gehen. Vernagelt Eure alles erstickenden Schubladen. Verbrennt Eure Manuals für Menschen. Entschleunigen kann ebenso geil wie tödlich wirken. Kommt immer ganz drauf an, wen es trifft.





Ich bin ein duldsamer Mensch. Bin ich wirklich. Aber es wird nun langsam Zeit den stetig öfter auftretenden Menschen, die sich auf Hitler, Gott, Allah, Scheißdrauf berufen und dazu noch meinen, sie müssten ein gewaltsames Zeichen für was auch immer setzen, ein kleines, natürlich nur gut gemeintes, verbales Fäustchen in ihr dümmlich verkacktes Gesicht zu zaubern, welches sich in der Regel stets direkt unter ihrem noch blöderen Resthirn verorten lässt, und ihnen zu zurufen:

Kinder, Ihr blöden, offensichtlich doch arg mental beeinträchtigten und wahrhaft geistesgestörten Blagen, Ihr seid nicht alleine auf dieser Welt. Und noch dazu: Ihr seid so was von in der Minderheit. Es interessiert einfach niemanden, was Ihr Euch in Eurem Erbsenhirn als real einbildet. Geht zum Psychiater, lasst Euch helfen, fragt Eure Krankenkasse. Kein denkender, aufgeklärter Mensch des mittlerweile 21. Jahrhunderts will etwas von einem, sich vor über 70 Jahren aus Feigheit vor der Verantwortung vor seinen eigenen Untaten selbst dahin gemeuchelt habenden Diktatorspacken hören. 

Baut Euch eine Zeitmaschine, reist zurück in der Zeit und reißt Euer Ärmchen hoch. Wen schert`s! Niemand mit Verstand möchte in seinem realen, immer viel zu kurzen Leben, von vor tausenden von Jahren ausgedachten Göttern belästigt werden, die dem literarischen Fundament nach, das Ihr als Grundlage für Euer seltsames Verhalten heran zieht, auch mal perversen Spaß am Massensterben von Andersgläubigen hatten, und deren Propheten sich vor 500, wahlweise 2000 Jahren, eine latent stimmige Story für ihre ungebildeten Zeitgenossen ausgedacht haben.

Ihr alle, Ihr alle, wie Ihr da draußen rumlauft, Ihr dürft denken, glauben, anbeten, verehren was Ihr wollt, aber hey, macht das in Euren eigenen vier Wänden. Behaltet es für Euch, seid glücklich, dass Ihr etwa gefunden habt, das Eurem scheinbar viel zu engen Leben einen Sinn gibt und leeret Euch. Aber eben zuhause. Dafür habt Ihr einen Raum. Es ist Eure Psychose, nicht unsere!

Ich habe Euch wahrhafte Vollidioten, überlaufend von einem keine Sau interessierendem Sendungsbewusstsein und einer Euch fremdsteuernden und zudem überaus peinlichen Ideologie so dermaßen satt, dass ich mir bei jeder neuen, Euch betreffenden Nachrichtenmeldung, Eure offensichtlich viel zu kleinen Eier vorstelle, die sich panisch vor Angst zusammen krampfen, sobald jemand anders ist, als Ihr es ertragen könnt. Jeder Schwule, jeder Andersalsihrgläubige, jeder Ausländer, jeder Schwarze, jeder Jude, jeder Christ, jeder Moslem, jeder denkende Mensch pisst jeden Tag mit seinem ganz normalen Leben, mit seiner Liebe, seiner Toleranz, seiner Freiheit auf genau das, was Ihr wollt, dass alle es sind: unfrei.

Wir sind frei, Ihr verblödeten Arschlöcher. Ihr seid es nicht. Fresst Scheiße und zwar Eure. Da ist genug für alle da. Und tut es ganz für Euch alleine, im Stillen, Ihr Zuweniggeliebten.


Eines habt Ihr mit jeder Eurer Aktionen sicher: unser sich stets für Euch fremd schämendes Mitleid! 


So, jetzt kann ich endlich wieder atmen.



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Dieser Blogpost ist auch auf Kamikaze-Demokratie zu lesen.


Er legte das Buch, das er soeben gelesen hatte weg und schaute in die Ferne. Die Sonne schien so grell auf die grünen Hänge, dass seine Augen einen Moment benötigten, ehe alles scharf und wahrhaft erkennbar war. Doch für den Gedanken, der ihm gerade in den Sinn gekommen war, und der sich einfach niederließ, wie ein unliebsamer Gast, der sich selber eingeladen hat und um ein Gespräch unter vier Augen gebeten hat, brauchte er gar keine scharfen Augen.

`Gar nicht so leicht`, so dachte er `sich vorzustellen, dass die Welt genauso wie bisher einfach ohne einen weitermacht.` Das politische an diesem Gedanken war ihm absolut egal. Er sah hinüber zu den wellenförmigen Feldern, die am Waldsaum strandeten und brachen, und betrachtete die Wolken, die in zufälliger Formation über die Wipfel flogen, und sah den Gräsern zu, die sich vom seichten Sommerwind in luftigem Tanz hin und her wiegen ließen, und genoss den pfeilschnellen Flug der Schwalben, die mit ihrer Insekten heischenden Flughöhe einen weiteren wunderschönen Tag verhießen, und genoss mit einem Mal die Gesamtheit der Dinge in ihrer Unendlichkeit.

`Ich sehe die der Welt zu, ich sehe sie, wie sie ist. Die Welt sieht mich nicht. Die Welt macht genauso wie bisher einfach weiter.` Er musste lächeln und griff wieder zu seinem Buch.